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Merkel zum EU-Referendum : Brexit ist ein Einschnitt für Europa

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„Die EU ist stark genug, um die richtigen Antworten zu finden“: Kanzlerin Merkel am Freitag in Berlin Bild: dpa

Nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt zeigt Angela Merkel sich bestürzt, warnt aber vor „schnellen und einfachen Schlüssen“. SPD-Chef Gabriel mahnt die Kanzlerin derweil zu einer Kurskorrektur.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach der Brexit-Entscheidung Großbritanniens für einen EU-Austritt zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen. Es dürfe jetzt keine schnellen und einfachen Schlüsse geben, sagte sie am Freitag in Berlin. „Es gibt nichts drumherum zu reden, der heutige Tag ist ein Einschnitt für Europa, er ist ein Einschnitt für den europäischen Einigungsprozess“, sagte die Kanzlerin.

          Merkel kündigte ein europäisches Krisentreffen zum Brexit am Montag in Berlin an. Dazu habe sie EU-Ratspräsident Donald Tusk, Italiens Regierungschef Matteo Renzi und Frankreichs Präsident François Hollande eingeladen, sagte sie. „Die Europäische Union ist stark genug, um die richtigen Antworten auf den heutigen Tag zu geben“, fügte sie hinzu. Dafür werde sie sich „mit der ganzen Bundesregierung“ einsetzen. Deutschland habe ein „besonderes Interesse und eine besondere Verantwortung, dass die europäische Einigung gelingt“.  

          Mahnt eine Kurskorrektur in der Regierung an und stellt sich damit stärker als bislang gegen die Kanzlerin: der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel

          Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel forderte die Kanzlerin nach der Brexit-Entscheidung unterdessen zu einem Kurswechsel in der Bundesregierung auf. Deutschland müsse mehr tun, nur durch Sparen alleine entstehe für die junge Generation Europas keine Arbeit.

          „Ich erwarte, dass als Konsequenz aus dem heutigen Tag auch in der Bundesregierung noch einmal neu debattiert wird, wie unsere Investitionen in die Zukunft Europas – gemeinsam mit anderen – die Lage der Menschen verbessern können", sagte Gabriel am Freitag in Berlin.

          Gabriel: Brexit-Votum „Schuss vor den Bug“

          Ohne die Union beim Namen zu nennen, ergänzte der Bundeswirtschaftsminister, Deutschland sei in der Euro-Schuldenkrise mit erhobenem Zeigefinger durch Europa gelaufen. In Frankreich, Spanien und Italien gebe es zwar großen Reformbedarf – parallel müsse es aber mehr Impulse für Beschäftigung geben. Das Brexit-Votum der britischen Wähler sei „ein Schuss vor den Bug“. Man dürfe jetzt nicht nur jammern, sondern müsse nach vorne schauen. Ein Lichtblick sei, dass Dreiviertel der jungen Briten unter 25 Jahren Ja zu Europa gesagt hätten, meinte Gabriel. Um die sollte man sich kümmern: „Wir dürfen nicht die Zugbrücken hochziehen.“

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