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Blutige Ostern in Lahore : Welch verabscheuungswürdige Tat!

In der muslimischen Welt wiederum tobt ein Glaubenskrieg. Auch gegen Christen. Pakistans Herrscher haben diesen religiös-politischen Extremismus missbraucht.

          In Brüssel wurden am vergangenen Dienstag mehr als dreißig Menschen getötet: Touristen, Pendler auf dem Weg zur Arbeit – Unschuldige. In der pakistanischen Millionenstadt Lahore wurden am Ostersonntag mehr als siebzig Menschen umgebracht. Ihnen wurde zum Verhängnis, dass sie an dem Tag, an dem die Christenheit die Auferstehung Jesu feiert, einen Vergnügungspark besuchten. Eine pakistanische Terrorgruppe bekennt ganz offen, dass Christen, also eine religiöse Minderheit im Lande, das Ziel gewesen seien, auch wenn viele Muslime unter den Opfern waren. Welch verabscheuungswürdige, niederträchtige Tat! Das Entsetzen über diese pathologische, religiös begründete (oder verbrämte) Mordlust islamistischer Terroristen findet immer neue Anlässe. Ostern im Zeichen des Terrors.

          In Europa versuchen die Sicherheitsbehörden ein Bild davon zu erlangen, wie sehr die Gefolgsleute des „Islamischen Staates“, auch grenzüberschreitend, miteinander vernetzt sind und wie viele Zellen diese Netzwerke haben. Die Politik sucht die Terrorabwehr zu verbessern, auch international, und herauszufinden, was die Mörder antreibt, ihr Handwerk des Massenmordens zu verrichten. Sie wird dabei von dem Gedanken geleitet, die Gewalt fanatisierter Leute nicht mit dem Islam gleichzusetzen und die Muslime als Gruppe nicht zu stigmatisieren. In der muslimischen Welt wiederum tobt ein Krieg der Konfessionen, der keine Grenzen kennt und kein Erbarmen. Mordanschlag wird mit Mordanschlag vergolten.

          In Pakistan sind das vorrangige Ziel radikaler sunnitischer Taliban Schiiten und, eben, Christen. Die Mördergruppen wollen keine Gleichberechtigung, sie wollen keine halbwegs freiheitliche Ordnung, in der Menschenrechte gelten. Sie wollen nicht, dass junge Leute an Schulen und Hochschulen ausgebildet werden. Diesen religiös-politischen Extremismus haben Pakistans Herrscher immer wieder für ihre Zwecke missbraucht und angestachelt. Unzähligen brachte das den Tod. Wie viel wäre gewonnen, bliebe Ministerpräsident Nawaz Sharif wirklich dabei, nicht nur die Infrastruktur des Terrors zu zerstören, sondern auch die extremistische Geisteshaltung zu bekämpfen, die „unsere Lebensweise bedroht“. Diese Bedrohung ist globaler Art, die jüngsten Ereignisse haben es wieder gezeigt. Selbstmordattentäter sind die Henker einer islamistischen Gewaltideologie, ihre Hintermänner deren Propagandisten.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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