https://www.faz.net/-gpc-9mdas

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Modefotografie : Nie wieder Opfer!

Der Fotograf Tyler Mitchell hat Beyoncé für die Vogue fotografiert. Warum sein Werk politischer ist als jede kritische Biennalenkunst.

          5 Min.

          Im vergangenen Jahr hat der junge Fotograf Tyler Mitchell, geboren 1995, ein paar sehr schöne Aufnahmen von Beyoncé gemacht: Man sieht die Sängerin an einer dorischen Säule lehnen, als hätte sie die alten Gipsgötter mit einer lässigen Armbewegung vom Sockel gefegt, auf dem Kopf trägt sie einen extravagant gezackten Heiligenschein für Sonnenwesen, und auch die anderen Bilder zeigen sie rauschend und bunt. Mitchells Aufnahmen sind das genaue Gegenteil des immer gleichen maximal blutleeren Modemagazinminimalismus, auf dessen Covern extrablasse weiße Menschen in grauen Kitteln mit dünnen Ärmchen und halboffenen Mündern in die Kamera schauen wie Fische, die soeben feststellen mussten, dass man ihnen gerade das Wasser aus dem Aquarium abgelassen hat.

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          Eine von Mitchells geradezu explosiv leuchtenden Beyoncé-Aufnahmen wurde schließlich auf dem Cover der amerikanischen „Vogue“ gedruckt. Jemand schaute genau nach – und stellte fest, dass Mitchell der erste Afroamerikaner ist, der in der immerhin 126-jährigen Geschichte des Magazins ein Coverfoto machen durfte, was zu einer heftigen Debatte darüber führte, wer den Blick auf das, was als schön und begehrenswert angepriesen wird, eigentlich bestimmt und welche Rolle den Schwarzen in Amerika dabei zufällt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Boogaloo-Bewegung in Amerika : Sie wollen den Krieg

          Eine amerikanische Internet-Bewegung, die auf einen Umsturz sinnt, wittert in der Pandemie und den Protesten ihre Chance. Die „Boogaloo Boys“, die sich in vielen Städten unter die Demonstranten mischen, sind bewaffnet und gefährlich.
          Albrecht von Brandenstein-Zeppelin im Verwaltungsgericht in Sigmaringen

          Prozess um Zeppelin-Stiftung : Adel vernichtet

          Juristische Versuchsballons über dem Bodensee: Ein Urenkel des Luftschiffpioniers Graf Zeppelin fordert eine Stiftung von der Stadt Friedrichshafen zurück.