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„Gegen Gleichmacherei“ : CSU lehnt Zentralabitur kategorisch ab

  • Aktualisiert am

Kopfzerbrechen gehört bei Abi-Prüfungen dazu. Bild: dpa

Die Debatte ums Zentralabitur nimmt wieder Fahrt auf. Auch der FDP-Chef kann sich dafür begeistern. Die Kritik von der CSU lässt nicht lange auf sich warten – ebenso wenig wie Lindners Konter.

          Die CSU lehnt jegliche Debatten über ein Zentralabitur in Deutschland wie jüngst von FDP-Chef Christian Lindner gefordert ab. „Dass Christian Lindner ein Zentral-Abi fordert ist verständlich, denn er selbst hat ja NRW-Abi“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Für die CSU sei klar, dass es mit ihr kein Zentralabitur geben werde. Genau so hatte sich jüngst auch CSU-Chef Markus Söder geäußert.

          „Wir wollen die beste Bildung für unsere Schüler und keinen deutschen Durchschnitt. Wir sind für Leistung und Wettbewerb und gegen sozialistische Gleichmacherei“, betonte Blume. Einmal mehr zeige sich: Bei den entscheidenden Fragen sei auf die FDP kein Verlass.

          Lindner kontert Blume

          Christian Lindner antwortete auf Twitter: „Für die CSU ist man mit NRW-Abi dumm - Bayern-Abi hat die CSU aber nicht vom millionenschweren Maut-Desaster abgehalten...“ Wer 2019 noch Bayern-NRW-Gags mache, der übersehe, „dass wir uns gemeinsam globalem Wettbewerb stellen müssen.“

          Der FPD-Vorsitzende hatte sich offen für eine Diskussion über ein Zentralabitur in Deutschland geäußert: „Ich halte den Bildungswettbewerb zwischen 16 Bundesländern, wie wir ihn praktizieren, für aus der Zeit gefallen“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Gemeinsame Bildungsstandards müssen endlich umgesetzt werden. Ein Zentralabitur könnte dabei ein Element sein.“

          Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte schon Anfang Juli ein zentrales Abitur in Deutschland innerhalb von fünf bis zehn Jahren gefordert. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte daraufhin, Eisenmanns Vorstellungen gingen „in die richtige Richtung“, auch OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher empfahl Deutschland ein Zentralabitur.

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