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Weiterbildungstag : Wann sich Lernen lohnt

Wenn Erwachsene die Schulbank drücken stehen Fragen rund um Kosten, Qualität und Stress im Vordergrund. Bild: Stephan Holz

Weiterbildung erhöht das Einkommen, heißt es überall. Stimmt - jedenfalls im Durchschnitt. Doch was sollte der Einzelne ausgeben, für wen lohnen sich die Kurse und wie steht es mit der Qualität? Fünf Fragen und Antworten rund um das Thema Weiterbildung.

          Mit jedem zusätzlichen Jahr Bildung in Schulen, Unis oder in Ausbildungsbetrieben erhöht sich das spätere Einkommen um durchschnittlich 5 Prozent. So lautet eine Faustregel, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung errechnet hat. Doch wie verhält es sich mit dem lebenslangen Lernen? Weiterbildung hat in Zeiten der alternden Gesellschaft in Deutschland an Aufmerksamkeit gewonnen - so stark, dass Verbände, Institutionen und Unternehmen der Branche an diesem Freitag schon zum fünften Mal einen Weiterbildungstag rund um das Thema veranstalten. Was bringt Weiterbildung für die Arbeitnehmer und was kostet sie? FAZ.NET widmet sich den wichtigsten Fragen und Antworten rund um dieses Thema.

          Was fällt überhaupt unter den Begriff „Weiterbildung“?

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Weiterbildung kann vieles bedeuten. Unter den Begriff fällt der Spanischkurs an der Volkshochschule ebenso wie das MBA-Studium an einer teuren Privatuniversität. Bewerbungstrainings für Hartz-IV-Empfänger können genauso eine Weiterbildung sein wie das Führungskräftetraining für den frischgebackenen Abteilungsleiter. Auch wenn ein Betrieb seine Mitarbeiter intern schult, etwa weil er sich ein neues Computersystem zugelegt hat, fällt das unter Weiterbildung. Thiemo Fojkar, Vorsitzender des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung definiert Weiterbildung als „Vermittlung von neuen Qualifikationen, die auf der Erstausbildung aufbauen“.

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          Der Verband unterscheidet zwischen öffentlich geförderter Weiterbildung, betrieblicher Weiterbildung und privater Weiterbildung.“ Öffentlich gefördert sind etwa die Umschulungen zu Pflegekräften oder Erziehern“, erläutert Fojkar. Unter betriebliche Maßnahmen fällt alles, was Arbeitnehmer im Berufsalltag weiterbringt. Private Weiterbildung sind schließlich zum Beispiel VHS-Kurse, die nur aus persönlichem Interesse belegt und selbst bezahlt werden. “In Zeiten, in denen Softskills immer wichtiger werden, verschwimmt dieser Unterschied allerdings immer mehr“, sagt Fojkar.

          Wo gibt es Weiterbildung zu günstigen Preisen?

          Teuer ist nicht immer gleich gut. Diese Regel gilt auch für die Weiterbildungsbranche. Und dafür gibt es handfeste Belege: Die Stiftung Warentest hat seit dem Jahr 2002 geschulte Testpersonen inkognito in mehr als 450 Kurse geschickt und sie den Kursverlauf dokumentieren lassen. Das Ergebnis: Egal ob kommerzieller oder gemeinnütziger Anbieter, egal ob Volkshochschule oder Kammer - die Qualität der Inhalte war überall überwiegend solide. Große Unterschiede allerdings zeigten sich im Preis. Unschlagbar günstig: Die Volkshochschulen. Dort kostet eine Einheit von 45 Minuten Unterricht durchschnittlich 5 Euro. Ziemlich teuer dagegen waren kommerzielle Anbieter mit durchschnittlich 47 Euro Kursgebühr für 45 Minuten. Gemeinnützige Anbieter und Kammern lagen dazwischen, wobei die gemeinnützigen Anbieter mit Blick auf die Kursinhalte am allerbesten abschnitten.

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