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EuGH-Urteil : Kündigung wegen Wiederheirat kann Diskriminierung sein

  • Aktualisiert am

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg Bild: dpa

Ein katholischer Arzt wird von einem katholischen Krankenhaus entlassen, weil er nach der Scheidung wieder heiratet. Der Europäische Gerichtshof sieht hier eine verbotene Diskriminierung.

          Die Kündigung eines Chefarztes durch ein katholisches Krankenhaus wegen Wiederheirat kann eine „verbotene Diskriminierung“ aufgrund der Religion darstellen. Die Anforderung, dass ein katholischer Chefarzt den „heiligen und unauflöslichen Charakter“ der Ehe beachte, erscheine nicht als gerechtfertigte berufliche Anforderung, heißt es in einem am Dienstag vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg veröffentlichten Urteil. Im vorliegenden Fall müsse jedoch das deutsche Bundesarbeitsgericht entscheiden.

          Geklagt hatte ein katholischer Arzt, dem 2008 von einem katholischen Krankenhaus in Düsseldorf gekündigt worden war, weil er nach einer Scheidung wieder standesamtlich geheiratet hatte.

          Der Krankenhausträger kündigte dem Chefarzt, weil er in der erneuten Heirat nach einer Scheidung einen schwerwiegenden Loyalitätsverstoß sah. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit legte das Bundesarbeitsgericht den Fall dem EuGH vor.

          Rechtssache C-68/17 IR

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