https://www.faz.net/-gyl-9e9h8

EuGH-Urteil : Kündigung wegen Wiederheirat kann Diskriminierung sein

  • Aktualisiert am

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg Bild: dpa

Ein katholischer Arzt wird von einem katholischen Krankenhaus entlassen, weil er nach der Scheidung wieder heiratet. Der Europäische Gerichtshof sieht hier eine verbotene Diskriminierung.

          Die Kündigung eines Chefarztes durch ein katholisches Krankenhaus wegen Wiederheirat kann eine „verbotene Diskriminierung“ aufgrund der Religion darstellen. Die Anforderung, dass ein katholischer Chefarzt den „heiligen und unauflöslichen Charakter“ der Ehe beachte, erscheine nicht als gerechtfertigte berufliche Anforderung, heißt es in einem am Dienstag vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg veröffentlichten Urteil. Im vorliegenden Fall müsse jedoch das deutsche Bundesarbeitsgericht entscheiden.

          Geklagt hatte ein katholischer Arzt, dem 2008 von einem katholischen Krankenhaus in Düsseldorf gekündigt worden war, weil er nach einer Scheidung wieder standesamtlich geheiratet hatte.

          Der Krankenhausträger kündigte dem Chefarzt, weil er in der erneuten Heirat nach einer Scheidung einen schwerwiegenden Loyalitätsverstoß sah. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit legte das Bundesarbeitsgericht den Fall dem EuGH vor.

          Rechtssache C-68/17 IR

          Weitere Themen

          Sehnsucht nach den Excel-Tabellen

          Kolumne „Nine to five“ : Sehnsucht nach den Excel-Tabellen

          Herr K. stellt Fragen über Fragen am Frühstückstisch in seiner Urlaubspension. Endlich hat er Zeit, organisiert zu sein, zu referieren, zu dozieren, besserzuwissen. Im Büro kommt man ja zu nichts.

          Topmeldungen

          Passagiere des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook am Flughafen von Palma de Mallorca.

          Thomas Cook ist pleite : Was Reisende jetzt wissen müssen

          Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook verunsichert Tausende von Urlaubern. Geht mein Geld verloren? Wie sicher ist das Absicherungsversprechen? Die wichtigsten Fragen und Antworten für Reisende.
          Volkstribun? Der Landesvorsitzende der AfD in Brandenburg, Andreas Kalbitz

          Populismus : Die da oben

          Populisten geben sich gerne als Männer und Frauen des Volkes. Am Beispiel der AfD kann man jedoch sehen: Kritiker der „Elite“ sind meist elitärer, als ihre Rhetorik vermuten lässt.
          Glitzernde Autoshows wollen die Marketingstrategen der Firmen nicht mehr.

          War’s das mit der IAA? : Dilettanten am Steuer

          Wie ruiniert man eine IAA? Man nehme streitende Konzerne, einen Frankfurter Oberbürgermeister und einen hilflosen Verband. Schadenfreude? Ist nicht angebracht. In Deutschland sollten die Alarmglocken schrillen.
          Das Mercedes-Benz Logo auf dem Turm des Hauptbahnhofes in Stuttgart.

          Brandbrief : Daimler-Vorstand rüttelt die Belegschaft wach

          Der Daimler-Vorstand Ole Källenius will mit einem Brandbrief seine Führungskräfte wachrütteln: Daimler will kurzfristig mindestens 4,2 Milliarden Euro einsparen. Die Mitarbeiter sollen selbst Ideen dafür finden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.