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Vergütung : Großer Mensch - großes Einkommen

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Je größer desto besser? So einfach sind die Zusammenhänge nicht Bild: dpa

Zwischen Körpergröße und Gehalt gibt es einen Zusammenhang, sagen Statistiker. Großen wird im Beruf mehr zugetraut, Kleine müssen in Karrieredingen stärker kämpfen.

          Sie wollen ein ordentliches Gehalt bekommen? Und Respekt für Ihre Leistung? Dann sollten Sie als Mann 1,91 Meter groß sein und als Frau 1,60 Meter.

          Immer wieder finden Statistiker Zusammenhänge zwischen der Körpergröße und dem beruflichen Erfolg. Wer mehr Zentimeter als der Durchschnitt aufweisen kann, wird eher Präsident der Vereinigten Staaten. Wer auf andere herabzuschauen vermag, wird mit größerer Wahrscheinlichkeit in den Vorstand gewählt. Und ganz allgemein gilt: Wer größer ist, verdient mehr.

          Fabian Spanhel ist im vergangenen Jahr für seine Diplomarbeit mit Berechnungen zu dem Thema vom Statistischen Bundesamt mit dem Gerhard-Fürst-Preis ausgezeichnet worden. „Es ist schon ein bisschen gruselig“, sagt der 27 Jahre alte Doktorand am Institut für Statistik der Ludwig-Maximilians-Universität in München. „Aber ja, der statistische Zusammenhang ist da: Mit der Größe steigt das Einkommen.“

          Wie hängen Körpergröße und kognitive Fähigkeiten zusammen?

          Männer mit einem überdurchschnittlichen Nettolohn sind nach Spanhels Daten im Durchschnitt 0,83 Zentimeter größer als Männer mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen. Die größte Diskrepanz sei bei promovierten Herren sichtbar. Sie sind nach Spanhels Berechnungen 4,16 Zentimeter größer als Männer mit einer Anlernausbildung oder einem beruflichen Praktikum. Spanhels Daten deuten also auch auf einen Zusammenhang zwischen den kognitiven Fähigkeiten und der Körpergröße hin. „Zumindest haben Größere im Durchschnitt eine bessere Ausbildung“, sagt Spanhel. Größere Menschen arbeiteten eher in kognitiv anspruchsvollen Positionen als Manager. Kleine Personen seien mit einer höheren Wahrscheinlichkeit „Bediener von Maschinen“.

          Schaut man genauer hin, differenziert sich das Bild allerdings. Zwar bestätigen andere Studien Spanhels Ergebnisse. Olaf Hübler, Professor an der Leibniz Universität Hannover und Institutsleiter für empirische Wirtschaftsforschung, warnt jedoch vor vorschnellen Rückschlüssen. Der Zusammenhang zwischen Körpergröße und Einkommen könne nicht einfach linear gemessen werden. Nach Hüblers Berechnungen heißt es nicht „Je größer, desto besser“. „Entscheidend ist stattdessen die Tendenz zum Mittelwert mit Abweichungen nach oben für Männer und nach unten für Frauen“, sagt er. Optimal für einen Mann seien demnach 1,91 Meter, also eine Körpergröße über dem Durchschnitt. Sei jemand aber größer als zwei Meter, nehme der positive Effekt der Körpergröße auf das Gehalt deutlich ab. Für Frauen sei es am besten, etwas kleiner als die meisten ihrer Geschlechtsgenossinnen zu sein. Die besten Einkommenschancen hätten seinen Berechnungen nach Damen mit 1,60 Meter. Hübler kann diese mathematischen Ergebnisse psychologisch begründen. „Man wählt meist unterbewusst das, was einem ähnlich ist“, sagt er. Das sei häufig eben weder der Riese noch der Zwerg.

          Ausreißer gebe es natürlich, sagt der 1,65 Meter große Professor. Nur seien sie statistisch nicht so relevant. „Sie müssen anfangs nur mehr Energie als Große aufwenden, um den gleichen Erfolg zu erzielen. Dann haben sie bisweilen mehr Ausdauer, als Leute, denen alles erst einmal in den Schoß gefallen ist“, sagt Hübler.

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