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Ungarn : Schöne Künste im mediterranen Pécs

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Bild: F.A.Z.-Tresckow

Die ungarischen Universitäten bestechen durch ihre erstklassigen Ausbildungsangebote in den Naturwissenschaften. Die Hochschulen sind stetig durch internationale Kontakte modernisiert und aufgewertet worden.

          Unter deutschen Ärzten und solchen, die es noch werden wollen, ist die Budapester Semmelweis-Universität schon seit mehr als zwanzig Jahren ein fester Begriff. Seit die berühmte, altehrwürdige Universität für Humanmedizin 1983 einen Studiengang für deutsche Studenten eingerichtet hat, haben dort mehr als 3000 junge Deutsche ihr Physikum absolviert und gut 500 sogar die Approbation erhalten.

          Für beide Seiten war diese deutsch-ungarische Kooperation ein Gewinn: Die Semmelweis, die sich den Studienplatz an der Donau von Studenten gut bezahlen ließ, konnte ihre knappen Ressourcen mit harten Devisen aufbessern; für die Studenten aus Deutschland bot sie die Chance, endlich den heißersehnten Studienplatz zu erlangen, der ihnen zu Hause wegen strikter Numerus-clausus-Regeln und hoffnungslos überfüllter Universitäten nicht zur Verfügung stand. Die hohe Qualität der Ausbildung, die gerade hinsichtlich der Praxisbezogenheit die deutsche Schulmedizin in den Schatten stellt, hat die meisten auch über die keineswegs geringen Studiengebühren hinweggetröstet.

          Die Semmelweis verteidigt ihren Star-Status

          Inzwischen ist Ungarn nicht nur zum ordentlichen EU-Mitglied avanciert, auch das Studienangebot für ausländische Studenten hat sich deutlich ausgeweitet. Neben der Semmelweis bieten auch andere Universitäten des Landes den Gästen aus dem Ausland ein vielfältiges Angebot von Studiengängen in deutscher und englischer Sprache. Unter den Humanmedizinern verteidigt die Semmelweis zwar mühelos ihren Star-Status - zumal die Nachfrage aus dem Ausland, die in den letzten Jahren vorübergehend deutlich nachgelassen hatte, wieder kräftig angezogen hat. Die Fächer Human-, Veterinär- und Zahnmedizin sowie Pharmazie werden in englischer und deutscher Sprache inzwischen aber auch an den Universitäten in Pécs und Szeged - beides Städte im Süden des Landes - angeboten.

          Budapest: Hier endet die Kreuzfahrt

          Im mediterranen Pécs, wo ein buntes Völkergemisch aus Deutschen, Kroaten, Serben und Ungarn kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit garantiert, befindet sich die älteste und mit 26000 Studenten die größte Universität Ungarns. Neben Medizin können sich ausländische Studenten dort an der Fakultät für Musik und schöne Künste einschreiben. In Szeged an der Theis, der selbsternannten Stadt des Sonnenscheins und des Paprikas, haben schon mehr als 1000 Ausländer aus 53 Ländern studiert, seit in der Humanmedizin und Pharmazie Kurse in englischer und deutscher Sprache eingeführt worden sind.

          Ein breites Angebot

          Die Hauptstadt Budapest mit ihren Universitäten Semmelweis, Loránd Eötvös (Elte), Szt. István und Budapester Universität für Technologie und Wirtschaft ist allerdings konkurrenzlos das Zentrum der universitären Ausbildung in Ungarn; hier gibt es auch die größte Vielfalt. Neben den medizinischen Angeboten können ausländische Studenten auch die Ausbildung zum Sportlehrer und Trainer, in Bewegungslehre, Psychologie, Architektur und Ingenieurwissenschaften absolvieren - alles Studiengänge, deren Anerkennung auf europäischer Ebene bereits gegeben ist.

          In allen Universitäten müssen vor der Zulassung Aufnahmeprüfungen bestanden werden; außerdem müssen, je nach Universität und Studiengang, unterschiedlich hohe Studiengebühren bezahlt werden. Genaue Auskunft darüber sowie über die Anmeldefristen sind im Internet erhältlich. Studenten aus der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum brauchen seit dem EU-Beitritt Ungarns keine Studentenvisen mehr. Pflicht bleibt jedoch die polizeiliche Anmeldung innerhalb von 75 Tagen nach der Einreise. Dem Anmeldeantrag müssen die Studienbestätigung der Universität, ein Mietvertrag, der Krankenversicherungsbescheid sowie eine Aufstellung über die persönliche Finanzsituation beiliegen. Letzteres soll wohl sicherstellen, daß ausländische Studenten nicht zur finanziellen Bürde des ungarischen Staates werden.

          Populär im Ausland

          Ungarn - und hier vor allem Budapest - hat sich während des letzten Jahrzehnts zum populärsten Anlaufpunkt für internationale Studenten in Mitteleuropa entwickelt. Wie die OECD berichtet, haben seit 1983 weit mehr als 10000 Studenten aus allen Erdteilen den Weg an die Donau gefunden. Bei weitem die meisten Studenten kommen aus Deutschland, gefolgt von Israel, Norwegen, Zypern, China, Iran, den Vereinigten Staaten, Nigeria, Schweden und Kanada.

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