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Studieren im Ausland : Eine Spielwiese für Querdenker

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Studium Generale in Oxford: Die Kombination aus Politik, Philosophie und Wirtschaft wird seit 1920 als Bachelor-Studiengang angeboten Bild: Getty

Politik, Philosophie und Wirtschaft: Diese Fächerkombination gilt in England seit langem als karrierefördernd. Aber was haben deutsche Unis zu bieten – und wo soll das beruflich hinführen?

          Wie soll man handeln? Wie kann man Veränderung umsetzen? Kann man unser System verbessern? Diese Fragen beschäftigen Madleina Spatz. Sie studiert Politik, Philosophie und Ökonomik an der Universität Witten/Herdecke. Ursprünglich wollte sie Philosophie studieren, das war ihr dann aber doch zu einseitig. „Ich dachte, es ist vielleicht interessanter, wenn man die Philosophie auf ein konkretes Problem anwenden kann“, sagt sie.

          Ausschlaggebend war die Finanzkrise – wohl für viele der jüngeren Generation ein einschneidendes Ereignis. „Wie kann es sein, dass wir so ein Wirtschaftssystem haben? Das muss auch anders gehen“, sagt Madleina. Also entschied sie sich für einen interdisziplinären Bachelor, der Philosophie mit Elementen der Politik und der Wirtschaft verknüpft. Der Studiengang verspricht, gesellschaftliche Phänomene aus unterschiedlichen Perspektiven zu analysieren, sei es Globalisierung, Migration oder der Klimawandel. Das Ziel: Antworten auf diese großen Fragen zu finden.

          Fachübergreifendes Angebot in Oxford

          Die Fächerkombination Politik, Philosophie und Wirtschaft ist an deutschen Universitäten noch relativ unbekannt. Ursprünglich kommt „Politics, Philosophy and Economics“, kurz PPE, aus England. Schon seit 1920 wird der Bachelorstudiengang in Oxford angeboten, um junge Menschen durch fächerübergreifendes Wissen an gesellschaftliche Probleme heranzuführen. Das Besondere in Oxford ist, dass Studenten pro Woche zwei Essays persönlich mit einem Dozenten durchsprechen. „In erster Linie soll kritisches und unabhängiges Denken vermittelt werden“, erklärt Marius Ostrowski, PPE-Dozent in Oxford.

          Inzwischen ist der Studiengang bekannt dafür, einen Großteil der britischen politischen Klasse auszubilden. Der frühere Premierminister David Cameron gehört dazu, auch der derzeitige Schatzkanzler Philipp Hammond und viele Abgeordnete. Aber nicht nur wer in die politische Elite aufsteigen will, geht nach Oxford: Auch in den Medien, zum Beispiel bei der traditionsreichen BBC, und in der Wirtschaft sind PPE-Alumni allseits vertreten.

          Interdisziplinarität liegt auch an deutschen Universitäten immer mehr im Trend. „Die Probleme des 21. Jahrhunderts werden immer komplexer und scheren sich nicht um die Fächergrenzen zwischen den Disziplinen“, sagt zum Beispiel Professor Joachim Zweynert von der Universität Witten/Herdecke. Hier kann man seit 2011 die gleiche Fächerkombination wie in Oxford studieren. „Die Idee war, das wirtschaftswissenschaftliche Verständnis zu erweitern“, sagt Professor Dirk Sauerland, der Zuständige für den Bachelor in Politik, Philosophie und Ökonomik. „Um große gesellschaftliche Probleme wie die Finanzkrise zu lösen, muss man sowohl Wirtschaft als auch Politik verstehen. Philosophie bietet dann eine weitere Reflexionsebene.“

          Studenten lernen erst einmal die Grundlagen in den drei Disziplinen. Dazu gehören Module wie Internationale Politik, Mikro- und Makroökonomie und Praktische Philosophie. Später setzen die Studenten einen Schwerpunkt in einer oder auch zwei Fachrichtungen. Maximal 35 Studenten beginnen den Bachelor jedes Jahr, unterrichtet wird ausschließlich in Seminaren. Zum Vergleich: In Oxford werden pro Jahr im Schnitt 300 Studenten für PPE zugelassen. Individuelle Tutorien wie in Oxford gibt es in Witten allerdings nicht.

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