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Studie : Der Master ist der Regelabschluss

Weiterlernen: Nach dem Bachelor ist für die meisten Studenten die Zeit an der Hochschule noch nicht zu Ende. Bild: Nora Klein / F.A.Z.

Derzeit entscheiden sich drei Viertel der Bachelorabsolventen in Deutschland für ein Masterstudium. Das besagt eine neue Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung. Der Bachelor ist noch weit entfernt davon, zum Regelabschluss zu werden.

          Zu den Zielen der Bologna-Reform, die vor zehn Jahren ins Werk gesetzt wurde, gehörte, den Bachelorabschluss zum Regelabschluss zu machen. Dass die deutschen Studenten davon noch weit entfernt sind, zeigt eine aktuelle Analyse des HIS-Instituts für Hochschulforschung. Danach entscheiden sich derzeit drei Viertel der Bachelorabsolventen für ein Masterstudium.

          Lisa Becker

          Redakteurin in der Wirtschaft

          Damit wollen sie vor allem ihre beruflichen Chancen verbessern. 90 Prozent der Bachelors geben dies als Motiv an. Fast genauso wichtig ist ihnen, sich persönlich weiterzubilden und ihren fachlichen Neigungen nachzukommen. Die HIS-Forscher glauben, dass diese Motive auch künftig eine große Rolle spielen werden und rechnen deshalb nicht damit, dass sich an den hohen Übergangsquoten in nächster Zeit etwas ändert.


          Offenbar glauben vor allem Universitätsstudenten, dass sie der Bacheloranschluss nicht genügend auf das Berufsleben vorbereitet hat. Dort ist der Anteil der Studierenden, die noch einen Master anschließen, mit 80 Prozent besonders hoch. Doch auch zwei Drittel der FH-Studenten streben den Master als Regelabschluss an.

          Vor allem Studenten der Mathematik und Naturwissenschaften entscheiden sich für ein Masterstudium, in manchen Fächern liegt die „Masterquote“ bei 100 Prozent. In den Ingenieurwissenschaften liegt sie hingegen nur beim Durchschnittswert von drei Vierteln. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die meisten Ingenieure an Fachhochschulen ausgebildet werden.

          FH-Bachelors machen den Master oft an der Uni

          Mit dem Bachelor-Master-System sollte den Studenten außerdem die Möglichkeit eröffnet werden, „hybrid“ zu studieren, also den Master in einem anderen Fach zu machen als den Bachelor. Doch auch das geschieht nach der HIS-Studie noch selten. Relativ oft wählen Bachelors der Sprach- und Kulturwissenschaften ein rechts-, wirtschafts- oder sozialwissenschaftliches Masterstudium.

          Recht häufig entscheiden sich hingegen FH-Bachelors für ein Masterstudium an der Universität, immerhin knapp ein Fünftel derjenigen, die nach dem ersten Abschluss weiter studieren. Besonders oft sind das Studenten des Maschinenbaus.

          Masterstudenten sind regional sehr mobil

          Bei der Wahl der Hochschule für das Masterstudium sind die Bachelorabsolventen regional sehr mobil. Das trägt dazu bei, dass fast alle das Masterstudium im Wunschfach beginnen können. Besonders einfach ist das in den Mint-Fächern.

          Die Forscher rechnen allerdings damit, dass die Zulassungsbeschränkungen mit der wachsenden Zahl von Bachelorabsolventen und den weiterhin hohen Übergangsquoten in das Masterstudium zunehmen werden.

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