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Neue Zahlen : Deutlich mehr Leiharbeiter in Deutschland

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Vermittlungsgespräche in der Zeitarbeitsfirma: Ein immer häufigeres Bild. Bild: Picture-Alliance

In Deutschland hat sich die Zahl der Leiharbeiter in den vergangenen zwei Jahren um fast 100.000 Beschäftigte erhöht. Der Streit über die Reformvorschläge von Andrea Nahles für die Leiharbeit schwelt indes weiter.

          Die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland nimmt zu. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegt. Demnach zählte die Bundesagentur für Arbeit 2015 insgesamt 50.293 Betriebe, die Arbeitnehmer anderen Unternehmen überlassen. Im Jahr 2013 waren es noch 46.755 Firmen. Die Koalition diskutiert derzeit über eine Reform des Leiharbeitsgesetzes.

          Die Zahl der Leiharbeiter erhöhte sich den Angaben zufolge von 867.535 im Jahr 2013 auf 961.162 Beschäftigte im vergangenen Jahr. Das entspricht einem Plus von 3,3 Prozent.

          Noch keine Einigung auf Nahles-Vorschläge

          Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hatte zuletzt einen Reformvorschlag präsentiert, damit Firmen Leiharbeit und Werkverträge nicht missbrauchen. Die Koalition war sich einig darüber, bis die CSU Nahles ein Stoppschild zeigte. Die CSU kritisierte, Nahles schieße über das vereinbarte Ziel hinaus - zu Lasten der Wirtschaft. Daraufhin entschärfte Nahles ihren Gesetzentwurf, der nun bald ins Kabinett soll.

          Das von Nahles geplante Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen soll die Dauer von Leiharbeit grundsätzlich auf 18 Monate beschränken. Nach neun Monaten soll der gleiche Lohn gelten wie für die Stammbelegschaften.

          Streit gab es anfangs vor allem über einen Kriterienkatalog möglicher Missbrauchstatbestände von Werkverträgen. Anstelle dieses Kataloges enthält der neue Entwurf nun aber lediglich eine allgemein formulierte Definition des Arbeitnehmerbegriffs. Damit wird entlang üblicher Rechtsprechungsgrundsätze gesetzlich klargestellt, was die wesentlichen Merkmale eines Arbeitsverhältnisses sind. Der ursprüngliche Kriterienkatalog hätte nach Ansicht der Arbeitgeber sehr viele Unternehmen grundlos dem Verdacht eines Missbrauchs von Werkverträgen ausgesetzt.

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