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Vergütungsstudie : Piëch war Spitzenverdiener unter den Dax-Aufsichtsräten

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Spitzenverdiener unter den Dax-30-Aufsichtsratschefs - und mittlerweile abgetreten: Ferdinand Piech. Bild: dpa

Die deutschen Aufsichtsratschefs der Dax-30-Unternehmen haben im vergangenen Jahr insgesamt 85,7 Millionen Euro für ihre Dienste als Kontrolleure erhalten. Doch nur einer knackte die Millionen-Grenze.

          Den deutschen Dax-30-Unternehmen geht es größtenteils gut – das konnten deren Aufsichtsratschefs im vergangenen Jahr nicht allein den Geschäftsberichten entnehmen, sondern auch ihren eigenen Kontoauszügen. Insgesamt bekamen die Kontrolleure im vergangenen Jahr 85,7 Millionen Euro überwiesen, das sind 9,6 Prozent mehr als noch im Geschäftsjahr 2013. Das teilte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) jetzt in Frankfurt mit.

          Bestverdiener im vergangenen Jahr war Ferdinand Piëch. Nur der nach einem internen Machtkampf kürzlich zurückgetretene VW-Patriarch knackte die Millionen-Euro-Grenze und erhielt laut DSW 1,19 Millionen Euro. Paul Achleitner, Chefkontrolleur der Deutschen Bank, und Gerhard Cromme bei Siemens verdienten mit 818.500 Euro und 615.500 Euro dahinter schon einen guten Teil weniger. Die Rekordgewinne in der niedersächsischen Autostadt bekamen allerdings auch die anderen Kontrolleure des Konzerns im positiven Sinne zu spüren: Insgesamt flossen 12,2 Millionen Euro an den 20-köpfigen Aufsichtsrat, davon jeweils 793.000 Euro an Berthold Huber und Ferdinand Porsche. Im Schnitt nahmen die Bezüge der Chefkontrolleure der 30 Dax-Unternehmen um 7,4 Prozent auf durchschnittlich rund 365.000 Euro zu. Ein einfaches Mitglied des jeweiligen Gremiums kam immerhin noch auf durchschnittlich 115.000 Euro (plus 6,1 Prozent).

          Die Art der Vergütung speziell der VW-Kontrolleure stößt bei der DSW allerdings auf Kritik. In Wolfsburg werden die Zahlungen nach Höhe der Dividende berechnet. Für DSW-Hauptgeschäftsführerin Jella Benner-Heinacher stellt diese Vorgehensweise „keine geeignete Kennziffer“ dar, schließlich sei es ebenjener Aufsichtsrat, der die Dimension der Ausschüttung festlege.

          Wenning am mächtigsten

          Was die Fülle des Einflusses angeht, führt laut DSW kein Weg an Werner Wenning vorbei: Er hat sowohl den Aufsichtsratsvorsitz beim Energieversorger Eon als auch beim Chemieriesen Bayer inne, wo er acht Jahre lang Vorstandsvorsitzender war. Zudem sitzt er im Kontrollgremium von Siemens. Sein Terminkalender war allerdings nicht so gut gefüllt wie der von Paul Achleitner. Der Österreicher absolvierte demnach 19 Aufsichtsrats- und 61 Ausschusssitzungen bei der Deutschen Bank, Bayer und dem Autobauer Daimler. Aufgrund der Turbulenzen beim größten deutschen Bankhaus verbrachte Achleitner einen großen Teil seiner Zeit freilich im dortigen Gremium.

          Das Beispiel Achleitners zeige laut DSW-Landesgeschäftsführerin Christiane Hölz, dass Aufsichtsräte schnell an Grenzen stoßen könnten, wenn sie mehrere Mandate wahrnähmen. Schließlich habe der Aufwand zur Kontrolle der Vorstände in der Vergangenheit deutlich zugenommen. „Umso wichtiger ist es sicherzustellen, dass neben der erforderlichen Kompetenz auch die notwendigen Zeitressourcen vorhanden sind", sagte Jella Benner-Heinacher.

          Grundsätzlich beobachtet die DSW allerdings einen Rückgang der Ämterhäufung. Demnach fallen 31 von 250 Aufsichtsratsmandaten der Anteilseignerseite im Dax auf die elf meistbeschäftigten Manager. Die erste Frau im Ranking der Schutzvereinigung ist etwas abgeschlagen und kommt erst an 19. Stelle. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Meinungsforschungsinstituts Allensbach, sitzt im Kontrollgremium des Versicherungskonzerns Allianz, des bayerischen Autobauers BMW und des Halbleiterherstellers Infineon.

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