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Sonderzahlung : Urlaubsgeld wird zum seltenen Extra

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Ein Extra für die Urlaubskasse sorgt zuweilen für noch entspanntere Stunden am Strand. Bild: dpa

In den Genuss einer Extrazahlung für die Urlaubskasse kommt nicht einmal mehr die Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer. Das zeigt eine neue Erhebung. Nur bestimmte Arbeitnehmertypen profitieren trotzdem noch recht häufig.

          Über das Junigehalt können sich einige Arbeitnehmer ganz besonders freuen. Denn in diesem Monat zahlen die Unternehmen vielerorts das Urlaubsgeld aus. Manchmal gibt es die Sonderzahlung auch schon im Mai oder erst im Juli. Doch mehr als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer geht mittlerweile gänzlich leer aus: 57 Prozent bekommen nämlich überhaupt kein Urlaubsgeld mehr von ihrem Arbeitgeber. Das geht aus einer neuen Online-Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. 8000 Arbeitnehmer haben sich daran beteiligt.

          Gut verdienende westdeutsche Männer in großen Betrieben mit Tarifbindung bekommen der Befragung zufolge mit der größten Wahrscheinlichkeit ein Urlaubsgeld. Frauen, Ostdeutsche, Geringverdiener und Beschäftigte in kleinen Betrieben oder in Betrieben ohne Tarifbindung können sich dagegen statistisch gesehen nur recht selten über eine Sonderzahlung zur Feriensaison freuen.

          Auch die Höhe des Urlaubsgeldes variiert kräftig. Die Hans-Böckler-Stiftung hat sich für ihre Studie die tariflich vereinbarten Sonderzahlungen von 22 Wirtschaftszweigen angesehen und herausgefunden: Die Bandbreite reicht von 155 bis 2270 Euro für Beschäftigte der mittleren Vergütungsgruppe. Dabei hat sich das Urlaubsgeld in der Hälfte der untersuchten Branchen im Vergleich zum Vorjahr erhöht, in den anderen elf Wirtschaftszweigen ist es gleich geblieben. Teilweise gab es kräftige Erhöhungen (12,5 Prozent in der ostdeutschen Textilindustrie), mancherorts fiel das Plus eher mager aus (2,1 Prozent im brandenburgischen Einzelhandel).

          Am wenigsten Geld für die Urlaubskasse bekommen Beschäftigte im Steinkohlebergbau und in der Landwirtschaft. Das höchste Urlaubsgeld gibt es in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Metall- und in der Druckindustrie. In Westdeutschland ist das Urlaubsgeld im Durchschnitt höher als in Ostdeutschland.

          Gar kein tarifliches Urlaubsgeld bekommen Beschäftigte in Banken und in der Energiewirtschaft. Auch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes und Arbeitnehmer in der Stahlindustrie erhalten kein gesondertes Urlaubsgeld. Allerdings erhalten sie eine einheitliche Jahressonderzahlung, in der Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld zusammengefasst sind. Für Beamte gibt es keine tariflichen Urlaubsgeldregelungen. Was Bund, Länder und Gemeinden jeweils für die Beamtenbesoldung festgelegt haben, ist daher überall unterschiedlich.

          Die Branchen unterscheiden sich auch darin, wie viele Urlaubstage sie ihren Beschäftigten gewähren. Der Erhebung zufolge sind in sehr vielen Wirtschaftszweigen und Bundesländern 30 Tage Jahresurlaub üblich. Ausnahmen bilden in manchen Regionen Deutschlands die Landwirtschaft, das Hotel- und Gaststättengewerbe, das Gebäudereinigerhandwerk, die Holz- und Kunststoffverarbeitung, die Süßwarenindustrie und die Deutsche Bahn.

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