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Piëch durchbricht Millionen-Marke : Chefkontrolleure der Dax-Konzerne erhalten höhere Bezüge

Vergütungs-Spitzenreiter: Ferdinand Piëch Bild: dapd

Anders als die Vorstandsvorsitzenden haben die Aufsichtsratschefs der Dax-Konzerne im vergangenen Jahr ihre Bezüge deutlich steigern können. Spitzenreiter war Ferdinand Piëch mit 1,1 Millionen Euro.

          Die Chefkontrolleure der Dax-Konzerne haben ihre Bezüge im vergangenen Jahr deutlich steigern können, anders als die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen. Die Vergütung der Aufsichtsratsvorsitzenden stieg um 10 Prozent auf durchschnittlich 347.000 Euro, wie die auf Vergütungsfragen spezialisierte Unternehmensberatung Hostettler Kramarsch Partner (HKP) am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Dies sei der höchste Wert seit Beginn der Analyse im Jahr 2006. Die Bezüge der Vorstandsvorsitzenden waren im vergangenen Jahr hingegen um 0,5 Prozent auf 5,0 Millionen Euro gesunken.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Der Spitzenreiter unter den Aufsichtsratschefs war im Geschäftsjahr 2012 Ferdinand Piëch, der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen. Er bekam 1,1 Millionen Euro - davon knapp 180.000 als Fixgehalt, den Rest als erfolgsabhängiger Bonus. „Noch nie ist ein Aufsichtsrat in Deutschland für ein einzelnes Mandat in dieser Dimension vergütet worden“, sagte Studienautor Michael Kramarsch. Für das Jahr 2011 hatte Piëch noch 850.000 Euro erhalten. Das Überschreiten der Schallmauer von einer Million löse ein gewisses Unwohlsein aus, sagte Kramarsch. Allerdings sei VW ein Sonderfall, auch weil Piëch Großaktionär sei.

          Viele Unternehmen verzichten auf variable Vergütungsanteile

          Auffällig ist, dass immer mehr Unternehmen die Bezahlung ihrer Kontrolleure auf ein reines Festgehalt umstellen. Fast jedes zweite Unternehmen verzichtet mittlerweile auf variable Vergütungsanteile. Zuletzt hatten der Studie zufolge die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, Merck und die Münchener Rück ihre Systeme hin zu einer reinen Fixvergütung umgestellt. Kramarsch hält diese Entwicklung aber für den falschen Weg. Aufsichtsräte sollten wie die Vorstände auch in der Vergütung spüren, ob sich das Unternehmen gut oder schlecht entwickelt habe. Dies sollte seiner Ansicht nach am besten mit einer Aktienkomponente geschehen, so wie dies auch in anderen Ländern die übliche Vorgehensweise sei.

          HKP schätzt für den Aufsichtsratsvorsitzenden eines großen Dax-Konzerns einen Arbeitsaufwand von rund zwei Tagen in der Woche. Auf dieser Basis empfehlen die Berater ein Fixgehalt zwischen 600.000 und 700.000 Euro, das mit der Auflage verbunden sein sollte, dass der- oder diejenige ein Drittel davon in Aktien des jeweiligen Unternehmens investieren und während der Amtszeit halten muss. Über solche Aktienkomponenten verfügten mittlerweile neben den Vorreitern Bayer und Lanxess auch RWE, Linde und die Deutsche Bank.

          Anders als bei den Vorstandsvorsitzenden ging es bei den Aufsichtsratschefs kräftig nach oben.

          Die Tabelle mit den einzelnen Bezügen offenbart eine große Spreizung. Das Feld führen neben Piëch der Siemens-Aufseher Gerhard Cromme (608.000 Euro) und Henkel-Aufsichtsratsvorsitzende Simone Bagel-Trah (584.000 Euro) an. Am wenigsten bekommen Igor Landau von Adidas (160000 Euro) und Fritz-Jürgen Heckmann bei Heidelberg Cement (130.000 Euro). Am stärksten gestiegen sind die Bezüge von Lufthansa-Chefkontrolleur Jürgen Weber, und zwar um 114 Prozent auf 375.000 Euro. Dies hängt damit zusammen, dass er 2011 den Schwellenwert für die Auszahlung einer variable Vergütung verfehlte, diesen 2012 aber erreichte.

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