https://www.faz.net/-gyl-84klr

Kartellrechtsverstöße : Gefährliches Feierabendbier

  • Aktualisiert am

Geklüngel in der Kneipe: nicht immer ist den Beteiligten bewusst, dass ihre Gespräche gefährlich sein können. Bild: Picture-Alliance

Plaudereien beim Feierabendbier in der Kneipe können gefährlich werden. Nämlich dann, wenn man vor Freunden oder Bekannten, die in der gleichen Branche arbeiten zu viele Interna preisgibt. Das geschieht öfter, als gedacht.

          Beim Feierabendbier mit Freunden über die Arbeit reden - das ist in den meisten Bekanntenkreisen üblich. Wenn dabei aber Menschen zusammenkommen, die in der gleichen Branche tätig sind, wird es gefährlich. Denn wer dann über Preise oder Marktverhältnisse plaudert, beteiligt sich schnell an Kartellrechtsverstößen.

          Mehr als 80 Prozent der Beschäftigten führt hin und wieder solcherlei Gespräche, hat die Softwarefirma Recommind in einer Umfrage unter 1000 Arbeitnehmern herausgefunden. Die Ergebnisse der Befragung liegen FAZ.NET vor. Die Quintessenz: Nicht nur Vorstände und Geschäftsführer, sondern häufig auch Arbeitnehmer auf unteren Hierarchieebenen machen mit bei Klüngleien - bewusst, aber auch häufig unbewusst.

          Mehr als jeder Dritte tauscht sich demnach sogar häufig mit Bekannten aus derselben Branche über Dinge aus, die eigentlich intern bleiben sollten. Nur knapp drei Prozent der Beschäftigten wissen dabei überhaupt, dass dies eine Straftat darstellt und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

          Kurios: Zwar tauscht sich jeder dritte Arbeitnehmer ohne Führungsverantwortung regelmäßig mit anderen über Preise und Marktverhältnisse aus und sogar 40 Prozent der Führungskräfte handeln so. Dennoch sehen nur 17 Prozent aller Befragten die Gefahr, dass ihre Kollegen es ihnen gleichtun.

          Allerdings haben Chefs eine Kontrollpflicht. Und natürlich dürfen sie selbst keine aktive Rolle bei Compliance-Verstößen spielen. Sonst riskieren sie, für Forderungen von Unternehmen, Behörden und Wettbewerbern persönlich zu haften. Manager-Haftpflichtversicherungen helfen dann wenig, denn diese greifen bei wissentlichem Verhalten gar nicht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Großbritannien und Iran : Zwei Tanker und eine Retourkutsche

          Kritiker werfen der Regierung in London vor, sie sei vom Machtkampf um die Nachfolge Mays abgelenkt. Tut sie zu wenig für die Sicherheit der britischen Schiffe im Persischen Golf?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.