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Taschengeld : Reiche Jungs und arme Mädels?

Taschengeld - mehr für Jungs? Bild: Picture-Alliance

Schon im zarten Kindesalter von unter 15 Jahren stehen Jungen finanziell besser da als Mädchen: Sie bekommen 12 Prozent mehr Taschengeld, jedenfalls in Großbritannien. Und in Deutschland?

          Es ist ein Aufregerthema - die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen. Nun befeuert eine neue Untersuchung aus Großbritannien die Debatte noch mehr: Die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein zeigten sich schon im zarten Kindesalter von unter 15 Jahren, wie eine Taschengeldstudie der Bank Halifax darlegt.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Demnach bekommen Jungen durchschnittlich 6,93 Pfund je Woche von ihren Eltern, Mädchen hingegen nur 6,16 Pfund. Und obwohl die Jungen schon deutlich mehr Geld erhielten, beschwerten sie sich mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bei ihren Eltern darüber, dass ihre Finanzen nicht ausreichten: 44 Prozent der Jungen forderten eine Taschengelderhöhung, aber nur 39 Prozent der Mädchen.

          In der englischen Presse wird über den „Gender Pay Gap“ im Kindesalter geschimpft und Aktivisten fordern, das Verhandlungsgeschick der Mädchen schon früh zu stärken, denn: Sonst setze sich die Gehaltslücke später nur umso wahrscheinlicher im Arbeitsleben fort.

          In Deutschland haben die Mädchen zuweilen die Nase vorn

          Und in Deutschland? Gibt es kaum nennenswerte Taschengeldunterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Wie aus der Studie Kids VA des Egmont Ehapa Verlags hervorgeht, bekamen Jungen zwischen 6 und 13 Jahren im Jahr 2015 durchschnittlich 26,75 Euro Taschengeld im Monat, Mädchen 25,93 Euro. Damit lag die Lücke zwischen den Geschlechtern gerade mal bei drei Prozent.

          Mehr noch: Die deutsche Studie fragte auch nach Geldgeschenken zu besonderen Anlässen, wie Geburtstag, Weihnachten oder Ostern. Und hier hatten die Mädchen sogar die Nase vorn: 192 Euro je Jahr bekam sie durchschnittlich geschenkt, Jungs erhielten im Schnitt nur 187 Euro.

          „Auch schon vor einigen Jahren gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen, was die Finanzielle Ausstattung betrifft“, sagte Jörg Risken von Egmont Ehapa mit Blick auf die Ergebnisse aus den Jahren 2012 und 2009. Während das Taschengeld 2009 bei den Jungen etwas höher ausfiel als bei den Mädchen, bekamen die Mädchen 2012 sogar ein bisschen mehr monatliches Taschengeld als die Jungen. Bei den Geldgeschenken verhielt es sich jeweils umgekehrt, so dass auch hier, ähnlich wie in der aktuellen Studie, eine Art „ausgleichender Effekt“ vorlag.

          Ein Blick in die britische Taschengeld-Vergangenheit zeigt im Übrigen auch kein einheitliches Muster: Zwar bekamen dort die Jungen auch in den Vorjahren mehr Taschengeld als die Mädchen, 5 Prozent betrug der Unterschied etwa 2014. Doch verringerte sich die Lücke 2015 auf nur noch rund 1 Prozent, bevor sie nun wieder auf etwa 12 Prozent anstieg.

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