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Honorarprofessuren : Der etwas andere Prof

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Lorbeeren ohne Habilitation - der Titel des Honorarprofessors macht es möglich Bild: fotolia

Wer möchte nicht gerne „Professor“ sein? Doch nur wenige stehen den akademischen Marathon durch. Allerdings gibt es auch für Praktiker eine Möglichkeit, den begehrten Namenszusatz zu erwerben.

          1. Wie wird man Lehrbeauftragter?

          Von heute auf morgen Honorarprofessor – so läuft das nicht. Das Prozedere regelt jede Hochschule in Satzungsautonomie selbst. Es lassen sich jedoch Grundzüge herausarbeiten, die an vielen staatlichen Universitäten in Deutschland gelten. Zunächst muss ein Kandidat seine didaktischen Fähigkeiten als „Lehrbeauftragter“ unter Beweis stellen. Mindestens fünf Jahre dauert diese Phase. Doch auch Lehrbeauftragter zu werden ist nicht einfach. In der Regel nimmt ein Universitätsangehöriger Kontakt zu einem möglichen Kandidaten auf. Meist handelt es sich dabei um Praktiker mit exzellentem fachlichen Ruf, die auch nach dem Verlassen der Universität nicht den Draht in die Wissenschaft verloren haben. Einer davon ist Lutz Hartmann von Heide Rechtsanwälte in Frankfurt. Seit einigen Semestern lehrt er Deutsch-französisches Unternehmensrecht an der Universität zu Köln. „Der Kontakt zur Hochschule entwickelte sich aus einem gemeinsamen Workshop über grenzüberschreitende Mergers & Acquisitions“, sagt er. „Nach der Veranstaltung wurde ich um meinen Lebenslauf und die Veröffentlichungsliste gebeten.“ Beides gab den Ausschlag, dass eines Tages sein Telefon klingelte: „Haben Sie Lust, bei uns zu lehren?“ Hartmann sagte zu. An den meisten Universitäten muss dann noch formal die Zustimmung des Fakultätsrats eingeholt werden, das Bildungsministerium wird dagegen nicht beteiligt.

          2. Was bringt einem dieser Status?

          Reich wird man damit nicht. Auch wenn die Hochschulen dank der Studiengebühren nun finanziell erheblich besser dastehen als vor einigen Jahren – normale Tagessätze kann die Universität ihren externen Anwälten, Architekten, Ingenieuren oder Ärzten nicht bezahlen. Oft werden nur die Kosten für die Anfahrt erstattet. Stattdessen lockt die Hochschule mit der Ehre. Im Lebenslauf macht sich die Lehrtätigkeit gut. Sie zeigt, dass der Praktiker immer noch ein Ohr in der Wissenschaft hat. Rechtsanwälte wie Lutz Hartmann nutzen ihre Veranstaltungen aber auch, um qualifizierten Nachwuchs zu rekrutieren. Nicht zuletzt macht allen Lehrbeauftragten ihre Tätigkeit auch Spaß. Da sie meist außerhalb der Pflichtveranstaltungen lehren, erleben sie selten gelangweilte Hörer, die um Sitzscheine betteln.

          3. Welche Rechte sind damit verbunden?

          Er darf lehren – und sonst nicht viel. Ein Promotionsrecht haben Lehrbeauftragte nicht. Auch an der Auswahl und Verteilung der Veranstaltungen einer Fakultät sind die Externen nicht beteiligt. In der Regel interessieren sie sich aber auch nicht für diese bürokratischen Details. Meist reisen sie zu drei oder vier Blockveranstaltungen im Semester an und vermitteln konzentriert ihren Stoff. Dabei werden sie auch von den Hörern evaluiert. Den allergrößten Teil ihrer Belastung nimmt die Vorbereitung des Seminars oder der Vorlesung ein.

          4. Wie funktioniert der Sprung vom Lehrbeauftragten zum Honorarprofessor?

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