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Geschenke im Beruf : Wo man hinsieht Fallstricke 

Schenken will gelernt sein - gerade auch unter den Kollegen. Bild: iStock

Zu keiner Zeit wird so viel verschenkt wie in diesen Wochen. Was ist angemessen, was ein Kündigungsgrund? Das ist nicht nur beim Wichteln die Frage.

          Manche Formulierungen in Arbeitsverträgen bringen die Berliner Arbeitsrechtlerin Kara Preedy zum Schmunzeln. Etwa, wenn da steht: „Der Arbeitnehmer darf von Dritten keine Geschenke annehmen.“ Das heißt, auch die Ehefrau darf ihrem Mann zum Fest aller Feste nichts schenken. Was selbstverständlich so vom Unternehmen nicht gemeint ist. Aber im Arbeitsleben darf man schenken und beschenkt werden. „Vorausgesetzt, die Geschenke sind sozial adäquat“, sagt die promovierte Juristin. „Die Frage ist nur, was das ist? Es ist auf jeden Fall sinnvoll, das zu regeln.“

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Die meisten Unternehmen ziehen die Grenze bei 30, 40 Euro. Notizblöcke oder Kalender sind also nicht das Problem. Was macht ein umsichtiger Chef? „Er gibt deutlich die Richtung vor, weil allzu große Geschenke nicht nur ein ,Geschmäckle‘ haben, sondern eine Vertragsverletzung oder sogar eine Straftat sein können. Eine Fortbildungsveranstaltung mit Begleitperson, bei der die Fortbildung nicht im Vordergrund steht, das geht zum Beispiel nicht“, erklärt Kara Preedy. Wichtig sind daher Richtlinien, ob die exquisite Weinflasche oder die Einladung zum Abendessen in Ordnung sind. Besteht ein Betriebsrat, ist das gemeinsam festzulegen.

          Türmten sich noch vor wenigen Jahren zur Vorweihnachtszeit die von Kunden und Dienstleistern verschickten Päckchen und wurde der ein oder andere gesichtet, der mit vollbeladenem Trolley durch die Tiefgarage schlich, so sind diese Geschenkeberge gewaltig geschrumpft. Zu groß ist die Unsicherheit, dass diese Präsente als Bestechungsversuch wahrgenommen werden. „Interessanterweise haben wir in unserer Kanzlei im letzten Jahr zum ersten Mal von einem Dax-Konzern ein Schreiben bekommen: ,Wir bitten Sie, von Geschenken abzusehen, unseren Mitarbeitern ist die Annahme von Geschenken nicht erlaubt!‘“, sagt Kara Preedy. Das sei typisch. „Aufgrund der Compliance-Kultur sind solche Präsente stark zurückgegangen. Die Leute denken darüber nach, was das auslösen könnte. Man will seine Ansprechpartner nicht in unangenehme Situationen bringen.“

          Versteigerung für guten Zweck

          Trudeln dennoch teure Päckchen ein, lösen das immer mehr Unternehmen elegant: Die Geschenke werden gesammelt und bei einer Tombola, gern zugunsten eines guten Zwecks, versteigert - und das wird den Gebern in einem höflichen Schreiben mitgeteilt.

          Im öffentlichen Dienst sind diese Fragen rund um Geschenke seit jeher geklärt: Vergünstigungen dürfen nicht angenommen werden. Der Lehrerin eine Tüte Selbstgebackenes zu überreichen, das geht als symbolische Aufmerksamkeit in Ordnung, bei mehr wird es schwierig. Darauf verweisen Schulleiter in Briefen, die meisten Eltern akzeptieren das. Tun sie es nicht, riskieren sie mit ihrer gutgemeinten Geste den Arbeitsplatz des Lehrers - was nun gerade nicht Sinn der Sache ist. „Der öffentliche Dienst ist zu Recht streng. Ein Geschenk darf man nur mit der ausdrücklichen Zustimmung des Arbeitgebers annehmen. Dafür gibt man es in größeren Behörden an eine Art Freigabestelle, um zu klären, ob man es behalten kann oder zurückschicken soll.“

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          Das Geschenkethema ist sensibel, eine Kündigung nicht weit. So zitiert Preedy den Fall eines Personalchefs in Rheinland-Pfalz: Der Mann nahm das Fußballticket eines Headhunters an. Der Vorfall landete vor Gericht: Die Einladung in die VIP-Lounge führte zur Kündigung.

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