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Vergütung : Wie sich mehr Gehalt aushandeln lässt

Mehr Gehalt: Wie man beim Chef mit dieser Forderung punkten kann. Bild: Picture-Alliance

Mit Fakten argumentieren, den eigenen Wert kennen und bloß keine Drohungen aussprechen: Hier sind ein paar Tricks, wie sich im Gespräch mit dem Chef mehr Gehalt herausschlagen lässt.

          Wenn Vorgesetzte die Leistung ihrer Mitarbeiter bewerten, ist das Urteil in vielen Unternehmen für die Betroffenen oft bare Münze wert. Denn häufig hängt davon der Jahresbonus ab, in anderen Fällen wird sogar das Festgehalt nach oben geschraubt. Die Vergütungsexperten der Hamburger Beratung Gehalt.de haben ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen sich solche Gespräche führen lassen.

          Argumentieren mit Fakten

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Eine solide Vorbereitung ist die beste Grundlage für erfolgreiche Verhandlungen. Beschäftigte sollten gute Leistungen wie etwa abgeschlossene Projekte dokumentieren. Mögliche Erfolge können auch konkrete Einsparungen oder Umsätze, eine Reduzierung der Arbeitsunfälle, der Fluktuationsquote oder der Reklamationsquote sein.

          Selbst Feedback geben

          Jahresendgespräche sollten keine Soloauftritte der Vorgesetzten sein, sondern im besten Fall ein echter Austausch. Deshalb sollten Mitarbeiter auch Kritik üben, aber bitte konstruktiv durch Verbesserungsvorschläge. Bloßes Rumnörgeln schadet eher.

          Ausdauer und Geduld

          Vorgesetzte koppeln eine Gehaltserhöhung gerne an künftige Erfolge und erhoffen sich durch solche Anreize einen Leistungsschub. Hier ist ein gewisses Frustrationspotential und professionelles Verhalten des Angestellten gefragt, sagen die Vergütungsberater. Sollte die versprochene Gehaltserhöhung jedoch ausbleiben, verliert der Vorgesetzte massiv an Vertrauen.

          Den eigenen Marktwert kennen

          Wer weiß, was anderswo gezahlt wird, kann besser argumentieren. Diese Informationen lassen sich auch für anstehende Bewerbungen nutzen.

          Es muss nicht immer Bargeld sein. Gibt es keinen Spielraum für eine dauerhafte Gehaltserhöhung, kann vielleicht eine Sonderprämie möglich sein. Dazu zählen Fortbildungen, ein Firmenparkplatz oder ein Tag Heimarbeit. In diesem Punkt gibt es keine unangemessenen Fragen.

          Bescheidene Probezeit

          Solange die Probezeit nicht vorbei ist, sollten Mitarbeiter sich in Bescheidenheit üben. Eine geglückte Einarbeitung ist zunächst das einzige Resultat, das man erwarten kann. Gehaltsverhandlung sind deplaziert.

          Bloß keine Drohungen

          Es ist keine gute Idee, mit einem Jobwechsel zu drohen, wenn die Forderungen nicht erfüllt werden. Kein guter Chef lässt sich erpressen. Wer sich dauerhaft benachteiligt fühlt, sollte die Wahl eines neuen Arbeitgebers besonnen vorbereiten.

          Mitarbeiter sollten auf die Reaktionen des Chefs achten. Gesten der Abwehr wie etwa verschränkte Arme und ein Zurücklehnen im Stuhl könnten ein Signal sein, nicht noch weitere Forderungen nachzuschieben.

          Kollegial bleiben

          Wer Kollegen anschwärzt, lästert oder persönliche Details von anderen Mitarbeitern preisgibt, um in einem besseren Licht zu stehen, läuft Gefahr, sich damit ein Eigentor zu schießen. Die meisten Führungskräfte wollen Teamspieler statt Denunzianten.

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