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Crowdworker : IG Metall kämpft jetzt auch für Internetarbeiter

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Welchen Status haben die so genannten Crowdworker? Die IG Metall wünscht sich Klärung. Bild: dpa

Schon rund eine Million Menschen arbeiten laut der Gewerkschaft IG Metall ganz oder zeitweise von digitalen Plattformen aus. Der Status der Crowdworker - angestellt, selbständig oder Heimarbeiter - sei aber zu oft unklar.

          Die IG Metall fordert für Beschäftigte, die sich ihre Arbeitsaufträge über Plattformen im Internet besorgen, eine faire Bezahlung und soziale Absicherung. Die Chancen des vernetzten Arbeitens für Unternehmen und Beschäftigte sollten genutzt werden, sagte die Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Christiane Benner, am Freitag in Berlin. Zugleich müsste die zunehmende Zahl an Auftragnehmern ausreichend rechtlichen Schutz bekommen: „Die Internetökonomie darf unseren Sozialstaat nicht aushöhlen.“

          Für diese Form der Arbeitsteilung steht der englische Begriff Crowdwork (crowd Menge; work Arbeit). Der IG Metall zufolge sind rund eine Million Menschen in Deutschland auf digitalen Plattformen aktiv. Viele machten das nebenbei, ein kleinerer Teil in Vollzeit.

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          Für die IG Metall untersuchte das Hugo-Sinzheimer-Institut die Bedingungen der Crowdworker. Problematisch sei dabei ihr unklares Arbeitsverhältnis zum Auftraggeber, so die Studie. In Deutschland würden sie meist als Solo-Selbstständige (ohne angestellte Mitarbeiter) eingestuft. In der Dreiecksbeziehung zu Plattformen und Unternehmen könne man sie aber auch als Leiharbeiter sehen. Möglich wäre auch ein Status als Heimarbeiter. Dann kämen sie nach deutschem Heimarbeitsgesetz in den Genuss vieler Schutzvorschriften.

          Es sei „wichtig, dass der Status von Crowdworkern geklärt ist, dass klar ist, ob sie arbeitnehmerähnlich, selbstständig oder abhängig beschäftigt sind“, sagte Benner. „Der Status hat Auswirkungen auf die Rechte der Menschen, die plattformbasiert arbeiten, und auf ihre soziale Absicherung.“

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