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Erfolgsprämien für Manager : Immer Ärger mit den Boni

Wie viel Bonus darf es sein? Bild: dpa

Das Unternehmen ist in der Krise - der Chef sahnt ab: Der Fall Volkswagen erhitzt die Gemüter. Wie hoch sollen Erfolgsprämien für Spitzenmanager sein? Oder gehören die Millionenboni abgeschafft?

          Der Grundgedanke klingt so simpel wie einleuchtend: Wer als Manager ein Unternehmen führt, tagtäglich existentielle Entscheidungen fällen und Weichen stellen muss, soll im Erfolgsfall für die gute Arbeit belohnt werden. Umgekehrt fällt dieser Bonus aus, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Nur: Die Ausgestaltung dieser variablen Vergütung ist in der Praxis oft problematisch. An welche Kennzahlen koppelt man die Prämien sinnvollerweise, welcher Zeitraum dient als Referenz? Und wie misst man überhaupt den Anteil einzelner Personen am Ergebnis?

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Die Finanzkrise 2008 hatte die Boni-Debatte mächtig angeheizt, nachdem herausgekommen war, dass viele Banker unglaublich hohe „Erfolgsboni“ eingestrichen hatten, weil sie kurzfristig scheinbar phantastische Ergebnisse erbracht hatten. In Wirklichkeit aber hatte ihr Handeln gemäß dem Prinzip „nach mir die Sintflut“ das Weltfinzanzsystem an den Rand des Zusammenbruchs getrieben. Nie wieder dürfe es so weit kommen, waren sich Politiker, Steuerzahler und Wirtschaftsvertreter rund um die Welt einig. Bonisysteme wurden vielerorts angepasst: In vielen Fällen sank der variable Anteil, verglichen mit dem Festgehalt. Vor allem für die Vergütung der Chefs von DAX-Konzernen wurden die Referenzzeiträume deutlich geweitet (siehe Grafik). Damit sollte sichergestellt werden, dass individuelle Erfolge wirklich dem Unternehmenswohl dienen.

          Nun hat jedoch der Fall Volkswagen für Unverständnis und Empörung gesorgt: Denn der ehemaligen Führungsriege um den Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn stehen formal wegen dieser mehrjährigen Betrachtung noch Millionenzahlungen zu - obwohl der Konzern während dieser Jahre mit Abgaswerten für Dieselmotoren getrickst und damit in gehörige Probleme geschlittert ist. Die Erfolgsbeteiligung für normale VW-Mitarbeiter könnte deshalb dem Abgasskandal in diesem Jahr zum Opfer fallen, außerdem bangt die Belegschaft um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Die Ansprüche der alten Führungsriege mögen legal sein - ob sie auch legitim sind, bezweifeln viele.

          Damit ist auch die generelle Debatte über Boni wieder voll entbrannt: Muss das System abermals verändert werden? Oder gehören Leistungsprämien in Millionenhöhe abgeschafft? Wir haben bei führenden Vergütungsexperten nachgefragt, was sich ändern muss:

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