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Bericht der Regierung : Gleichstellungsbilanz fällt ernüchternd aus

  • Aktualisiert am

Frauen- und Familienministerin Katarina Barley (SPD) Bild: dpa

„Frauen arbeiten oft mehr und bekommen dafür weniger.“ Diese Bilanz zieht die zuständige Ministerin Katarina Barley aus dem nun verabschiedeten Gleichstellungsbericht. Die riesig anmutenden Zahlen zur Lohnlücke sind aber mit Vorsicht zu genießen.

          Nach vier Jahren Schwarz-Rot fällt die Bilanz bei der Gleichstellung von Frauen und Männern aus Sicht von Fachleuten und Bundesregierung ziemlich ernüchternd aus. „Bei der Verteilung von Belastungen und Chancen zwischen den Geschlechtern geht es in unserer Gesellschaft immer noch ungerecht zu“, sagte Familienministerin Katarina Barley (SPD) am Mittwoch zum neuen Gleichstellungsbericht. „Frauen arbeiten oft mehr und bekommen dafür weniger.“

          Konkret leisten Frauen für Kinder, Haushalt, Pflege und Ehrenamt täglich mehr als 50 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer, heißt es in dem schon Anfang März vorgestellten Sachverständigen-Gutachten, auf dem der nun vom Kabinett verabschiedete Bericht basiert.

          Demnach bringen Frauen je Tag 87 Minuten mehr Zeit für diese unbezahlte Arbeit auf als Männer. Die unbereinigte Lohnlücke beim durchschnittlichen Bruttostundenverdienst beträgt 21 Prozent. „Unbereinigt“ bedeutet, dass die Verdienstunterschiede nicht hinsichtlich unterschiedlicher Qualifikationen, Branchen, Hierarchiepositionen etc. kontrolliert wurden. Die bereinigte Lohnlücke liegt derzeit laut Statistischem Bundesamt bei 6 Prozent.

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          Zudem gibt es dem Bericht zufolge eine Rentenlücke: 2015 erhielten Frauen in Deutschland um 53 Prozent geringere Ruhestandsbezüge als Männer - das sind ebenfalls unbereinigte Daten.

          Die Bundesregierung stellt einmal pro Legislaturperiode ihren Gleichstellungsbericht vor. Es geht darum, inwieweit die im Grundgesetz geforderte Gleichstellung der Geschlechter in Bildung und Erwerbsleben durchgesetzt ist.

          Barley sagte im ZDF-Morgenmagazin, es seien in den vergangenen Jahren auch viele Fortschritte zu verzeichnen. Seit dem ersten Bericht im Jahr 2011 sei viel passiert: Elterngeld werde immer mehr auch von Männern bezogen, der Mindestlohn habe bei der Bezahlung von Frauen einiges bewirkt. Die Prozesse brauchten aber Zeit. „Gleichstellung ist ein Marathonlauf, das ist kein Sprint“, so die Ministerin.

          Sie kritisierte, dass Frauen in den Berufen, die sie wählten, immer noch weniger als Männer verdienten. Dies betreffe vor allem den sozialen Bereich. „Ich habe das noch nie verstanden, warum jemand, dem ich mein Kind oder meinen pflegebedürftigen Angehörigen anvertraue, so viel weniger verdient als jemand, dem ich mein Auto oder meine Waschmaschine anvertraue“, sagte Barley. Das sei nicht gerecht.

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