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Arbeitsmarktforschung : Kündigungsschutz keine Jobbremse

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Bild: Hans Böckler Stiftung

Die Hans-Böckler-Stiftung sieht sich bestätigt: Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt untermauere aktuelle Forschungsergebnisse, wonach das deutsche Kündigungsschutzrecht Einstellungen nicht behindert.

          Die Mehrheit der Personalverantwortlichen kommt mit dem deutschen Kündigungsschutzgesetz gut zurechtkommt, es stellt für sie weder ein Hindernis für Einstellungen noch für Entlassungen dar. Dies ergaben mehrere Umfragen, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung und Wissenschaftler der Universität Hamburg unter 2800 Personalverantwortlichen gemacht hat.

          „Die erfreuliche gegenwärtige Einstellungswelle dürfte es gar nicht geben, wenn die Kritiker des Kündigungsschutzes Recht hätten“, sagt Heide Pfarr, Arbeitsrechtlerin und wissenschaftliche Direktorin des WSI. „Entscheidend für Einstellungen ist die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, der Kündigungsschutz spielt für die meisten Personaler eine absolut untergeordnete Rolle.“ So stuften 90 Prozent die wirtschaftliche Lage, 80 Prozent die Auftragslage als sehr oder eher wichtig ein. Auf die Frage, welche Faktoren bei Neueinstellungen eine Rolle spielen, nannten weniger als ein Drittel der Befragten das Arbeitsrecht als ein wichtiges Kriterium. Demzufolge hat nur jedes sechste Unternehmen aufgrund des Kündigungsschutzgesetzes in den vergangenen drei Jahren auf Neueinstellungen verzichtet, nur jedes siebte hat sie deshalb zeitlich verschoben.

          Auch bei dem Thema Entlassungen fallen die Ergebnisse ähnlich aus: Nur 10,5 Prozent der Personalverantwortlichen gaben an, in den vergangenen drei Jahren aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen auf Kündigungen verzichtet zu haben, zeitlich verschoben hatten diese 9, 6 Prozent.

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