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Anerkennung von Abschlüssen : Lieber Arzt als Taxifahrer

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Raus aus der Taxifahrer-Ecke: Viele ausländische Berufsabschlüsse werden mittlerweile anerkannt. Bild: dpa

Trotz eines Studiums enden Zuwanderer in Deutschland teilweise als Taxifahrer - weil ihre Abschlüsse hier nichts wert sind. Ein neues Gesetz sollte die Anerkennung verbessern. Jetzt zeigt eine erste Bilanz: Es scheint zu wirken.

          Approbierte Ärzte, die Taxi fahren und Ingenieure, die kellnern gehen müssen: Das war in der Vergangenheit in Deutschland oft Realität. Ein Grund dafür: Die Akademiker stammten aus dem Ausland und ihre Berufsabschlüsse wurden nicht anerkannt. Seit April 2012 gilt nun ein neues Anerkennungsgesetz - und jetzt gibt es dazu erste Zahlen: Ein Großteil der eingereichten ausländischen Berufsabschlüsse in Deutschland ist in der jüngeren Vergangenheit tatsächlich anerkannt worden. Das meldet das Statistische Bundesamt.

          Demnach wurde zwischen April und Dezember 2012 über insgesamt 7980 entsprechende Anträge entschieden. In 7458 Fällen wurden die im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse als vollständig oder eingeschränkt gleichwertig in Deutschland anerkannt, nur 522 Anträge wurden abgelehnt.

          Die meisten Anträge kamen aus dem Bereich Medizin

          Besonders groß war den Angaben zufolge das Interesse an einer Anerkennung im Bereich der medizinischen Gesundheitsberufe: Aus dieser Berufsgruppe stammten alleine 6837 der 7458 positiv beschiedenen Anträge - 5121 davon hatten Ärzte gestellt. Kein Wunder: Viele Kliniken gerade in ländlichen Lagen jammern darüber, ihre Stellen nicht mehr besetzen zu können.

          Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bezeichnete die hohe Zahl von vollständigen Anerkennungen als „sehr erfreulich“. Die Zahlen verdeutlichten, „dass das Anerkennungsgesetz einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs leistet“, sagte Wanka.
            
          Das Anerkennungsgesetz des Bundes umfasst allerdings nur die bundesrechtlich geregelten Berufe. Für andere wichtige Berufsgruppen wie Lehrer sind die Länder zuständig. Nach Angaben Wankas stehen die Anerkennungsgesetze von acht Bundesländern noch weiterhin aus.

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