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Pensionsverwalter APG : Holländer füllen Lohnlücke ihrer Mitarbeiterinnen

Eine Frau geht über eine Brücke in einem Bürogebäude. Bild: dpa

Der einflussreiche Pensionsverwalter passt das Gehalt seiner weiblichen Belegschaft an das der männlichen Kollegen an. Ob auch Männer unterbezahlt sind, hat APG indes noch nicht untersucht.

          Der einflussreichste niederländische Pensionsverwalter APG reagiert auf die Debatte über Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen. Ein Achtel der weiblichen Belegschaft bekommt zum 1. Juni mehr Lohn, weil diese Frauen mutmaßlich geschlechterbedingt weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen – und zwar im Schnitt 2,2 Prozent weniger. APG ist die ausführende Tochtergesellschaft des global fünftgrößten Pensionsfonds ABP, der die Betriebsrenten im öffentlichen Dienst in den Niederlanden organisiert. Nach eigenen Angaben ist APG der erste große Arbeitgeber des Landes, der eine Frauen-Lohnlücke schließe.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Gehälterdiskussion läuft seit Jahren, den bisherigen Höhepunkt erreichte sie im März zum „Equal Pay Day“. APG analysierte die Gehälter seiner Belegschaft nach Geschlecht, Alter, Funktion, Dienstjahren und Teilzeit. Von 3000 Beschäftigten sind etwa ein Drittel Frauen. Der Gehaltsunterschied insgesamt betrug zwischen Männern und Frauen im Schnitt 19 Prozent. Das war bei sieben von acht beschäftigten Frauen durch Faktoren jenseits des Geschlechts bedingt. Anders der Rest: „13 Prozent bekommen aus unerklärbaren Gründen weniger bezahlt.“ Im Durchschnitt geht es um das besagte Minus von 2,2 Prozent. Die betroffenen 125 Frauen bekommen das von Juni an ausgeglichen.

          Auch Männer unterbezahlt?

          In Deutschland wird seit Jahren über den Unterschied zwischen „Lohnlücke“ und „bereinigter Lohnlücke“ gesprochen: Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen je Arbeitsstunde mehr als 20 Prozent weniger als Männer. Betrachtet man vergleichbare Stellen, schrumpft das den Statistikern zufolge auf bis zu 6 Prozent – wobei nicht berücksichtigt ist, ob jemand Elternzeit genommen hat, statt weitere Berufsjahre zu sammeln. Bereinigt um diesen Effekt kam eine Ökonomin des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts mit ihrem Team auf eine Gehaltslücke von rund 2 Prozent – den Wert, den APG intern ermittelte.

          APG erfasste nicht, wie viele Männer unterbezahlt sind – wiewohl es unter rund 2000 Männern zweifellos welche geben dürfte, die sich unterverkauft haben. Ob eine solche Analyse folgt, konnte ein Sprecher nicht sagen.

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