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Kolumne „Nine to five“ : Pikachu geht stempeln

Nachwuchs dringend gesucht? Auf geht’s: Pikachu platzieren! Bild: AFP

Ungeahnte Möglichkeiten für Personalmanager. Heißt es nicht, man solle die junge Zielgruppe dort abholen, wo sie sich ohnehin schon tummelt? Genau: Auf der Jagd nach Pikachu und Co!

          Sie verändern gerade die Welt. Die Rede ist diesmal nicht von jenen Politikern, die sich diesseits und jenseits des Atlantiks anschicken, eine neue Ordnung herzustellen. Es geht um Pokémon go.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Das Online-Spiel breitet sich fieberhaft rund um den Globus aus. Selbst beim abendlichen Spaziergang durch die Provinz laufen sie einem über den Weg: Horden junger Menschen, tief gebeugt über ihre Smartphones, auf der Suche nach der nächsten Figur, nebenbei ein Ei ausbrütend und bei Erfolg spitze Schreie ausstoßend. Zwar gibt es unter den Spielern auch ältere Semester, doch es sind vor allem Teenager und junge Erwachsene, die lange Fußmärsche auf sich nehmen, weil nur so die begehrten Belohnungen erspielt werden können.

          Findige Unternehmen haben sofort die Marktlücken entdeckt. Auch auf Personalmanager warten hier ungeahnte Möglichkeiten, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Heißt es nicht, man solle die Zielgruppe dort abholen, wo sie sich ohnehin schon tummelt?!

          Zockergemeinde frei Haus

          Also, liebe Handwerker und Mittelständler, liebe Krankenhauschefs und Dax-Konzerne, wie wäre es denn, wenn Sie einfach mal ein paar beliebte Pokémon-Figuren wie Pikachu, Pichu oder Squirtle in Ihren Hallen und Büros plazieren? Das Satellitennavigationssignal liefert Ihnen die ahnungslose Zockergemeinde dann direkt frei Haus. Und wer schon mal da ist, kann doch als Zuckerl auch gleich noch einen Arbeits- oder Lehrvertrag unterschreiben. Bei dieser Vorstellung lacht das Personalerherz.

          Aber Vorsicht, liebe Talentsucher, solche Modewellen haben ihre Tücken. Wir erinnern uns: Vor rund zehn Jahren sorgte die Online-Welt „Second Life“ für Schlagezeilen. Als viele Unternehmen dort für ordentlich Geld gerade ihre virtuelle Niederlassung gebaut hatten, fand die Extase ihr jähes Ende. Ein ähnliches Schicksal könnte auch Pokémon blühen. Dann muss Pikachu beim Arbeitsamt stempeln gehen.

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