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Kolumne „Nine to five“ : Von Hairgott bis Kaiserschnitt

  • -Aktualisiert am

Ob hier der „Hairgott“ am Werk ist? Bild: dpa

Wenn Firmengründer einen passenden Namen für ihr Unternehmen suchen, kommen dabei mitunter recht skurrile Eigenkreationen heraus. Regelrecht haarsträubend treiben es allerdings die Frisöre.

          Wer sich als Unternehmer im Internet versucht, ein Café eröffnet oder eine Firma gründet, der ist zumeist lange auf der Suche nach dem passenden Namen für die hart erarbeitete neue Existenz. Der Einfachheit halber greifen viele auf ihren Nachnamen in Verbindung mit Unternehmensform oder Metier zurück. Das führt teilweise allerdings zu Assoziationen, die eher unerwünscht sein dürften.

          Wer beispielsweise mit einem Bus in den Urlaub reist, auf dem das Firmenlogo „Kotz Busreisen“ prangt, dem wird wahrscheinlich schneller mulmig in der Magengegend als einem Reisenden, der mit Suntours gen Süden fährt. Chirurgen, die „Metzger“ oder „Schlachter“ heißen, haben es sicher auch bei manchen Patienten schwer, auf Anhieb deren Vertrauen zu gewinnen.

          Ein Steuerberater hingegen, der „Schönbucher“ heißt, lässt wahres Können in seinem Metier vermuten. Bei anderen Nachnamen drängt sich die Frage auf, warum sie nicht den Beruf ergriffen haben, nach dem ihre Familie benannt wurde. Wenigstens Mick Schu(h)macher hätte doch in zweiter Generation nicht wieder Rennfahrer werden müssen, sondern ausgelatschte Treter neu besohlen können.

          Ab auf die „Bahaarmas“

          Scherz beiseite oder vielmehr: Witz komm raus, du bist umzingelt. Wer beweisen möchte, wie kreativ er ist, drückt seinem Unternehmen nicht den eigenen Nachnamen auf. Er denkt sich ausgefallene Eigenkreationen aus. Besonders Frisöre zeigen dabei oft einen großen Hang zu skurrilen Wortspielen. Die Chefin des Salons „Crehairtiv“ hat per Name schon einmal gezeigt, wie viel Kreativität in ihr steckt.

          Ob sich der Inhaber des Frisörladens „Hairgott“ hingegen wohl als besonders talentiert betrachtet? Der Besitzer des Geschäfts „Kaiserschnitt“ wäre auf jeden Fall doch lieber Gynäkologe geworden. Eine gute Wahl hingegen scheint der Inhaber des Salons „Kamm in“ getroffen zu haben: Wer kann sich dieser unterschwelligen Aufforderung schon erwehren?

          Regelrecht „haarsträubend“ (übrigens, wer hätte das gedacht, auch ein beliebter Salon-Name) mutet da „Bahaarmas“ an: Worauf sind sie dort spezialisiert, auf Strandfrisuren? Schlussendlich schließt sich allerdings der Kreis. Den eigenen Namen für ihr Geschäft zu wählen schien einer jungen Dame wohl am einfachsten. Ob ihre Eltern sie allerdings wirklich „Cuthairina“ getauft haben, bleibt offen.

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