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Kolumne „Nine to five“ : Virus, komm raus!

  • -Aktualisiert am

O je, Schnupfen! Bloß nicht zu nahe kommen! Bild: ddp

Wem ist in diesen Tagen noch zu trauen - gesundheitlich, versteht sich? Während der Grippewelle wird jeder Kollege verdächtig - und mancher einsam.

          Neben Neid, Missgunst, Hinterhältigkeit, Wichtigtuerei, Faulheit, schlechter Laune und Ähnlichem gehört zu den schlimmsten atmosphärischen Verwerfungen unter Kollegen: das Misstrauen. Insofern sind das gerade keine guten Zeiten. Es wird an jeder Ecke geniest, gehustet, mit trüben Augen gelitten. Grippewelle eben. Und da fängt das Problem an. Es fragt sich nämlich, wem noch zu trauen ist - gesundheitlich, versteht sich.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kollege I schon mal nicht. Der schlurft so matt durch die Gänge, dass wir lieber Abstand halten. Bloß nicht anstecken! Kollege II ist zwar sehr nett und sieht noch gesund aus, aber hat der nicht gleich drei kleine Kinder, vulgo: Viren-Mutterschiffe? Nein, danke, zu gefährlich. Besser ein großer Bogen als eine freundliche Annäherung. Wird ganz schön einsam hier im Büro.

          Bliebe noch die kleine Küche. Aber wer weiß, wer hier schon alles seine Grippe-Spuren hinterlassen hat: auf Griffen, Tasten am Kaffeeautomaten, Handtüchern. Nee, lieber nicht. Womit die Kollegen III bis X, die sich hier durchschnittlich in den Pausen tummeln, schon mal wegfallen.

          Die Zeit der Hypochonder und Hysteriker

          Der Phantasie sind bei der Suche nach Gefahrenquellen jedenfalls keine Grenzen gesetzt. Es ist schließlich die Zeit der Hypochonder und Hysteriker. Plötzlich sind alle verdächtig, und man mag sich gar nicht vorstellen, in einer dieser ach so modernen Bürolandschaften zu arbeiten, in denen feste Schreibtische abgeschafft sind und sich jeder morgens erst mal eine neue Bleibe sucht. Je nach Laune des Tages. Soll angeblich kreativer machen. Oder flexibler. Oder beides zusammen.

          Ja, um Himmels willen, und was ist mit der Grippezeit? Werden da all die kontaminierten Telefone, Tastaturen und Türklinken täglich chemisch gereinigt, um sie für den nächsten Benutzer zumutbar zu machen?

          Also gut, auf zum letzten Gedanken - aber: Was ist das? Erstes Halskratzen! Grippe, garantiert. Musste ja so kommen. Vorsicht also, Kollegen.

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