https://www.faz.net/-gyl-9mjlh

Schwere Augen im Büro : Der harte Kampf gegen die Müdigkeit am Arbeitsplatz

Manchmal peinlich: Büroschläfchen Bild: dpa

So ein Nickerchen in der Mittagspause soll äußerst gesund sein. Es sei denn, es findet gerade eine wichtige Sitzung statt.

          Büroschläfchen sollen äußerst gesund sein, behaupten Schlafmediziner. Wirklich! So ein Nickerchen von nicht mehr als einer halben Stunde, bevorzugt zur Mittagszeit nach dem Kantinentief, wirkt demnach wahre Wunder und bringt Kraft und Aufmerksamkeit zurück.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Auch im Unternehmen von A. gab es deshalb schon seit einiger Zeit einen Ruheraum, in den sich die Mitarbeiter bei Bedarf zurückziehen konnten. A. persönlich allerdings hatte den Ruheraum noch nie betreten. Zwar arbeitete er im Schichtdienst und hatte durchaus seine Müdigkeitsphasen, doch hatte er schlicht keine Zeit, ihnen nachzugeben. Er hatte andere Strategien. Kaffee war nur ein Teil der Geschichte, aber natürlich ließ sich nicht abstreiten, dass nicht nur das Koffein, sondern auch das Zwischendurch-aufstehen-und-zum-Kaffeeautomaten-Gehen einen gewissen Wachhalteeffekt hatte.

          Frische Luft war eine weitere Maßnahme, derer sich A. bediente, wenn er am Schreibtisch müde wurde. Kurz auf den Balkon zu treten wirkte Wunder, auch wenn er sich dann meist eine Zigarette genehmigte und der Frischlufteffekt dadurch leider nicht mehr ganz so frisch war.

          Mitschreiben ist das A und O

          Gegen Müdigkeit in Konferenzen wappnete sich A. mit dem ältesten aller Mittel: Er schrieb mit. Egal, ob die Inhalte der Besprechung ein Protokoll erforderten oder nur ein wildes Brainstorming im Gange war – wenn A. Frühdienst hatte und deshalb schon um 5.30 Uhr hatte aufstehen müssen, erschien er nie ohne Blöckchen zu den Meetings und ließ seinen Bleistift hörbar über die Seiten kratzen.

          Bloß vergangenen Dienstag war alles schiefgegangen! A. war so müde gewesen, dass er das Mittagsmeeting seines Teams beinahe ganz vergessen hätte. In der Kantine fiel es ihm siedend heiß ein. Er hastete an den Konferenztisch; seinen Schreibblock hatte er nicht dabei. Kollege B. war schon mitten im Monolog. Es ging mal wieder um Qualitätssicherung, sein Lieblingsthema. A. dachte über eine Möglichkeit nach, sich zu Wort zu melden. Reden hielt schließlich noch besser wach als Mitschreiben. Er könnte bemerken, dass ... Oder hatte es nicht letzte Woche eine Situation gegeben, in der ... Andererseits... Die Sonne schien so schön ... Er musste blinzeln... Es war wirklich schön auf dem Schiff... Aber da kam diese Riesenwelle ... Das gab es doch gar nicht – so riesig, dass ... „Nein!!!!“, rief A. ziemlich laut. Dann wachte er auf.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Fall Lübcke : Wie ein Bumerang

          In Wiesbaden und Berlin bestimmt der Fall Stephan E. die Tagesordnungen. Nicht nur die Frage nach dessen Bezügen zum NSU ist noch zu klären. Die Grünen beklagen eine „eklatante Analyseschwäche“ des Verfassungsschutzes.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.