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Kolumne „Nine to five“ : Keine Musik in den Ohren

Verdi - was hat der Gewerkschaftsname mit dem Komponisten zu tun? Bild: dpa

Nicht jede Abkürzung ist eine gute Abkürzung. Was hat etwa die Gewerkschaft Verdi mit dem gleichnamigen Komponisten gemein? Es geht aber durchaus noch schräger!

          Vielleicht haben Sie ja mal im Deutsch- oder Lateinunterricht gelernt, was ein Akronym ist: Eine Abkürzung, die für sich genommen ein sprechbares Wort ergibt. Höchst spannende Gebilde! Früher wurden sie vor allem gern genutzt für Unternehmens- und Produktnamen. Haribo etwa steht für „Hans Riegel Bonn“. Das wussten sie schon? Wie wär‘s mit Hanuta? Nein, dahinter verbirgt sich nicht der Name des Unternehmensgründers, sondern: die Haselnusstafel.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Beliebt sind Akronyme auch unter Einzelhandelsketten. Prominentestes Beispiel: Aldi, Abkürzung für „Albrecht Discount“. Schwieriger wird‘s schon beim Konkurrenten Rewe. Steht für „Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften“. Oder Österreichs Supermarktkette Billa? Das ist so einfach, dass man genau deshalb nicht drauf kommt: Billiger Laden.

          Auch in der Arbeitswelt sind Akronyme beliebt, nicht zuletzt Dank der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, die sich mit ihrer Abkürzung sicher irgendwie ein kleines Stück der Virtuosität des gleichnamigen Komponisten Verdi zu eigen machen wollte. Nun ja – wie Musik klingt der Name nach durchwachten Tarifverhandlungsnächten zumindest in den Ohren der Arbeitgeber wohl kaum noch.

          Ninja, Puma, Flop

          Es geht aber durchaus noch schräger. Haben Sie schon mal von „Ninja“ gehört? Ja, richtig, Ninjas sind Kämpfer aus dem vorindustriellen Japan, die gerne auch mal als Meuchelmörder eingesetzt wurde. Ein geeignetes Vorbild also für die Zielgruppe eines gleichnamigen Verbundes des Mittelhessischen Bildungsverbands: Netzwerk Integration für junge Inhaftierte und Haftentlassene in Ausbildung und Arbeit.

          „Puma“ heißt dagegen ein neues Projekt der Arbeitsagentur in Baden-Württemberg: Punktebasiertes Modellprojekt für ausländische Fachkräfte. Die sollen mithilfe dieser Initiative angelockt werden, um bei uns zu arbeiten. Dazu also der Projektname einer Raubkatze. Na, herzlich willkommen! Überhaupt: Große Behörden scheinen ein besonderes Geschick zu haben bei der Nutzung von Akronymen. Unbestätigten Gerüchten zufolge will eine von ihnen ihre Büros effizienter nutzen. Ob das bei dem Projekt-Titel gelingt? Das Flächenoptimierungsprogramm soll ausgerechnet „Flop“ heißen.

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