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Kolumne „Nine to five“ : Beam me up, Scotty

  • -Aktualisiert am

Im Mittelpunkt: Captain James T. Kirk und Spock - nicht etwa Scotty. Bild: dpa

Nicht erst seit der VW-Krise haben Ingenieure einen zweifelhaften Ruf: Dass sie Probleme meistens lösen und nicht verursachen, geht unter. Wer hat denn kürzlich im Mittelpunkt gestanden, beim 50. Geburtstag von „Star Trek“?

          Das sind gerade keine gute Zeiten für Ingenieure. Im Großen: Kaum dass der eine Ingenieur, der tief gefallene Konzernlenker Martin Winterkorn, etwas seltener am Diesel-Pranger steht, wird der nächste in die Mangel genommen - jener geständige VW-Ingenieur nämlich, der Manipulationen an der berüchtigten Schummel-Software von Volkswagen zugegeben hat und deshalb zuletzt die Schlagzeilen beherrschte.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Kleinen: Auch am Frankfurter Flughafen, wo demnächst eine neue Mammutbaustelle die Laune Tausender Autofahrer über viele Monate hinweg ruinieren wird, wurde explizit ein Ingenieur in die erste Reihe, also mehr oder weniger ins Feuer, geschickt. Der Ärmste, verantwortlich für die Verkehrsführung in diesem vorhersehbaren Tohuwabohu, musste erklären, wie sich Autofahrer während des Baus eines neuen S-Bahn-Tunnels und angesichts zahlreicher Sperrungen verhalten sollen. Bloß nicht aufs Navi hören, sondern nur auf die Beschilderung achten, so sein Rat. Das Chaos auf den Straßen dürfte gewiss sein, und wenn der gute Mann Pech hat, wird er zum Feindbild frustrierter Stauopfer.

          Problemlöser? Oder Problemverursacher?

          Aber dass Ingenieure Probleme meistens lösen und keineswegs verursachen, geht ohnehin oft unter. Ebenso das Zupackende und Vorwärtsgewandte dieser Zunft. Wer hat denn kürzlich im Mittelpunkt gestanden, als der 50. Geburtstag der Fernsehserie „Star Trek“ ins Haus stand? Der immer etwas eitle und alberne Captain James T. Kirk natürlich, vielleicht noch Spitzohr Mister Spock, aber doch nicht der Chefingenieur Scotty („Beam me up“), der diese hässliche Blechbüchse namens Raumschiff Enterprise erst zum Fliegen brachte.

          Und wem ist eigentlich aufgefallen, welchen Berufswunsch das junge amerikanische Wunderkind Jeremy Shuler hat? Der Junge darf wegen nachgewiesener Frühreife und Genialität schon mit zwölf Jahren zur Universität und will nicht etwa Arzt, Jurist oder Investmentbanker werden - sondern Ingenieur. Der Direktor der Abteilung für Ingenieurswissenschaften an der renommierten Cornell-Universität, die Shuler demnächst besuchen wird, sagte schon ganz ehrfurchtsvoll: „Wenn er so weitermacht, wird er eines Tages ein Problem lösen, an das wir noch nicht einmal gedacht haben.“ So einen könnten sie schon heute am Frankfurter Flughafen gebrauchen. Und bei Volkswagen sowieso.

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