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Kolumne „Nine to five“ : Ungeziefer in der Büroküche

Eine junge Frau hantiert in einer Küche Bild: dpa

Die Küche ist der zentrale Anlaufpunkt im Büro. Schließlich brauchen fast alle Kaffee, Tee oder zumindest ein Glas Wasser. Schlecht also, wenn ausgerechnet dieser Ort zum Sperrgebiet wird.

          Eine Büroküche will gepflegt sein. Schließlich dient sie als Treffpunkt für Kollegen aus verschiedensten Abteilungen. Hier stößt auch der Praktikant mal auf den Chef, in der Schlange vor der Mikrowelle sind alle gleich. Obendrein ist die Küche Bühne für alltägliche Dramen: Die Lieblingstasse wurde schon wieder geklaut, der Spüllappen mieft, und – ach ja – wer ist diese Woche noch mal mit dem Ausräumen der Spülmaschine dran?

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          All das tritt in den Hintergrund, wenn plötzlich ungebetene Gäste auftauchen. Mäuse mag manch einer süß finden, in der Küche sind sie ziemlich ungern gesehen. Das gilt gleichermaßen für Motten – auch wenn das vielleicht auf den ersten Blick weniger offensichtlich ist. Die gemeine Lebensmittelmotte gleicht in ihrer Büroküchenverunreinigungsaggressivität tatsächlich viel mehr der Maus als der eher harmlosen Fruchtfliege: Lebensmittelmotten vermehren sich rasend schnell – mit Vorliebe in Müslipackungen, irgendwann auch in fast allem anderen Essbaren. Besonders widerwärtig sind die kleinen, leicht grünlichen Raupen, die irgendwann an Küchenwänden oder -decken umherkriechen.

          Sind Lebensmittelmotten einmal entdeckt, kündet schnell ein Warnschild von der Invasion der Biester – natürlich versehen mit einer stattlichen Zahl Ausrufezeichen und der Bitte, unbedingt die Tür geschlossen zu halten. Was folgt, trifft die Belegschaft empfindlich: Die liebe Büroküche wird Sperrgebiet, damit der Schädlingsbekämpfer freie Bahn hat. Spätestens wenn die Kaffeemaschine weichen muss, spitzt sich die Lage im Büro so richtig zu. Der Bäcker um die Ecke darf sich hingegen über regen Andrang koffeinsüchtiger Kunden freuen.

          Ist die Invasion dann zurückgeschlagen, schmeckt selbst der schlechteste Bürokaffee kurzzeitig wie vom Edel-Barista. Ein Schädlingsbefall hat allerdings auch sein Gutes: Um die Vermehrung der Eindringlinge einzudämmen, müssen sämtliche offenen Lebensmittel beseitigt werden. Da kommen auch lange vergessene Rationen ans Licht, die ihr Besitzer einst verzweifelt suchte – und die heute nur noch Mottenlarven schmecken würden.

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