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Kleidungswahl als Hexenwerk : Nieder mit der Wanderhose!

  • -Aktualisiert am

Geht er wandern oder zur Arbeit? Hoffentlich geht er wandern! Bild: dpa

Atmungs- oder sonstige aktive Kleidungsstücke sind im Trend. Leider nicht nur bei Profisportlern – sondern zunehmend auch im Büro. Muss das denn wirklich sein?

          Die Fußballprofis von Eintracht Frankfurt sahen kürzlich ziemlich mitleiderregend aus. Nicht wegen dieser dummen Niederlage im Pokal beim Viertliga-Klub Ulm – so was kann passieren, Profipech. Aber wie einige von ihnen danach vom Platz geschlichen sind – mit ausgezogenem Trikot, aber knappem Sport-BH am gebeugten Athletenkörper –, das war schon, nun ja, sehr ungewohnt.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schon klar, diese hautengen Bustiers messen Herzschlag, Temperatur und so, sie erfüllen wichtige Funktionen für einen Leistungssportler. Komisch sahen sie trotzdem aus. Und weil die Eintracht-Spieler keine Hobbysportler sind, sondern Berufsfußballer, also ganz normale Arbeitnehmer, stellte sich nach der ästhetischen Verwirrung eine naheliegende Frage: Wie viel sichtbare Funktionskleidung ist am Arbeitsplatz zumutbar?

          Bergführer, Fitnesstrainer oder Fahrradkuriere sind natürlich außen vor, aber in Büros sieht die Sache anders aus. Hier sollten die atmungs- oder sonstwie aktiven Kleidungsstücke besser unsichtbar bleiben. Auch gegen kühlende Textilien ist in diesem quälend heißen Sommer nichts einzuwenden, solange sie unter Hemden, Blusen oder anderem ihren Dienst tun. Funktionskleidung im Büro hat aber oft etwas Zwanghaftes. Der Kollege etwa, der bei jedem Wetter in Wanderhose daherkommt, wirkt so, als müsse er nicht die Vertriebszahlen auf Vordermann bringen, sondern die Eiger-Nordwand besteigen.

          Kleidungswahl ist doch kein Hexenwerk!

          Auch Outdoor-Schuhwerk ist zwar einerseits bequem und insofern verführerisch, aber es fördert Misstrauen, das dem Betriebsfrieden nicht guttut. Ein Verdacht: Der Kollege oder die Kollegin wollen ihre ach so gute körperliche Verfassung hervorheben – was den weniger Athletischen, vielleicht sogar Übergewichtigen nicht gefallen kann. Ein anderer: Wanderhosen-Träger und Outdoor-Schuhfanatiker sind in Gedanken nicht bei ihrer Arbeit, sondern beim nächsten Urlaub oder langen Wochenende in den Bergen.

          Dabei ist die Wahl der passenden Kleidung für den Arbeitsplatz kein Hexenwerk: Einfach nach Aussehen entscheiden, nicht nach Funktion. Und wenn „smarte“ Kleidung, dann wenigstens gut versteckt. Man möchte ja auch keine Kompressionsstrümpfe unterm Hosenbein sehen. So hätten es auch die Spieler von Eintracht Frankfurt halten sollen. Ihr Trikot ist nämlich eines der schönsten der Bundesliga. Hätten sie damit bis zum Schluss den BH verborgen, wär’s zwar kein Sieg, aber ein (optischer) Gewinn gewesen.

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