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Wer wird Weltmeister? Diese Frage stiftet in manchem Büro Unruhe. Bild: dpa

Büro-Tippspiele zur WM : Wehe, du tippst zu gut

Vier Wochen lang steht im Büro das Gesprächsthema fest: Die Fußball-WM. Mit Tipp-Gemeinschaften kann man daraus sogar noch ein Spiel machen. Oder aber das Arbeitsklima nachhaltig zerstören.

          Sport-Großereignisse, und vor allem Europa- und Weltmeisterschaften im Fußball, können etwas Verbindendes haben. Vier Wochen lang steht das Gesprächsthema im Büro, in der Kaffeeküche oder in der Kantine fest. Und mit den Tipp-Gemeinschaften kann man daraus auch noch ein Spiel machen, an dem sich alle beteiligen.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Plötzlich schauen selbst völlig Unbeleckte, denen man im normalen Leben den Unterschied zwischen Bundesliga und DFB-Pokal erklären muss, permanent in ihren Smartphones nach, ob sie richtig getippt haben. Auf einmal setzen sich Kollegen in der Tipp-Runde ab, die Schwierigkeiten haben, eine Doppel-Sechs von einer falschen Neun zu unterscheiden. Der Legende nach musste auch schon manchem Tipp-König oder mancher Tipp-Königin noch einmal erklärt werden, was sich eigentlich hinter dem Begriff Abseits so verbirgt.

          Mit der Zeit, so kann es zumindest zugehen, entwickelt so eine Büro-Tipp-Gemeinschaft aber nichts Verbindendes mehr, sondern die tägliche Häme und der tägliche Neid machen sich breit. Mit einem Mal werden Fair-play-Aspekte ins unverbindliche Gefrotzel einbezogen. Besonders trifft es den Führenden des Classements, der den richtigen Riecher für den 1:0-Trend des aktuellen Turniers gehabt hat. Die 6:3- und 4:4-Tipper werden mit einem Mal reichlich gehässig, wenn sie die Spitzengruppe davonziehen sehen.

          Aussicht auf Frieden im Büro

          Auf einmal ist es vorbei mit den positiven Impulsen für das Team am Arbeitsplatz. Da werden Tipps vorab analysiert, lautstark wird die Fußball-Kompetenz der Topptipper in Frage gestellt. Und schließlich wird jedes Tor bejubelt, das dem Tipp-König in die Quere kommen könnte. „Mobbing“ für denjenigen mit dem besten Näschen?

          Bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist die Halbzeit schon verstrichen, doch es ist gut, dass nun die K.-o.-Spiele begonnen haben. Denn mit 1:0 und 0:1 kann man nach Elfmeterschießen ganz schön falsch liegen.

          Der größte Friedensstifter dürfte aber die Tatsache sein, dass in den allermeisten Tipprunden der beste Kollege am Ende einen ausgibt. Spätestens dann dürften all die Häme und all der Spott vorbei sein.

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