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Neue Studie : Jeder fünfte Schüler bekommt Nachhilfe

Büffeln auch nach der Schule: Für viele Jugendliche ist das alltäglich. Bild: dpa

Der normale Schulunterricht reicht für etwa ein Fünftel der Jugendlichen nicht aus: Sie nehmen Nachhilfestunden. Doch bei den meisten stecken nicht etwa schlechte Noten dahinter - sondern wohl eher ehrgeizige Eltern.

          Jeder fünfte Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren erhält Nachhilfeunterricht. Das geht aus einer neuen Jugendstudie hervor, die der Bertelsmann-Verlag an diesem Donnerstag veröffentlicht hat. Besonders in der Altersgruppe zwischen 13 und 15 reicht der Schulunterricht für viele offenbar nicht aus: Hier antworteten sogar 24 Prozent der Schüler, sie erhielten Nachhilfe. Dafür befragten Forscher insgesamt 6000 Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen, die Studie ermögliche aber auch Rückschlüsse auf die gesamtdeutsche Lage, hieß es.

          Den meisten Nachhilfeunterricht gibt es in der Altersgruppe zwischen 13 und 15.
          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Interessanterweise nehmen aber nicht hauptsächlich die Schüler, die in den Kernfächern sehr schlechte Noten haben, die Dienste von Nachhilfelehrern in Anspruch: 50 Prozent der befragten Nachhilfeempfänger hatte in Mathe, Deutsch und Englisch einen Notendurchschnitt zwischen 2,5 und 3,49. Weitere 40 Prozent der Nachhilfeschüler hatten sogar einen Notendurchschnitt zwischen 1,5 und 2,49. Daraus schließen die Studienautoren, dass hinter den Zahlen vor allem die ehrgeizigen Eltern stecken könnten, die das Leistungsniveau ihrer Kinder noch weiter in die Höhe treiben wollen.

          Sehr viele Nachhilfeschüler haben einen mittleren bis guten Notendurchschnitt.

          In der Studie wurden die Schüler auch dazu befragt, welche Strategien sie wählen, um gut durch die Schule zu kommen. Am häufigsten stimmten die Befragten dabei der Aussage zu, man müsse vor allem im Unterricht gut aufpassen, um Erfolg zu haben. Mehr als die Hälfte der Befragten befand es aber auch für wichtig, seine eigene Meinung zu vertreten. Bei mehr als der Hälfte der Schüler fand auch der Tipp, sich nicht beim Schummeln erwischen zu lassen große Zustimmung.

          Nur wenige Schüler fanden es dagegen eine gute Strategie, den Lehrern aus dem Weg zu gehen, um Erfolg zu haben. Aber auch den Lehrern immer recht zu geben wurde von nur 11 Prozent der Befragten als besonders vielversprechend eingestuft. Dabei versuchen offenbar vor allem die männlichen Schüler mehr in die Beziehung zum Lehrer zu investieren. Die Mädchen antworteten deutlich seltener, dass sie ein gutes Verhältnis zu den Lehrern suchten.

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