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Nebenjob-Suche : In Frankfurt googeln Studenten besonders oft nach Jobs

  • -Aktualisiert am

Neben dem Studium gehört mittlerweile auch der Nebenjob oft zum Alltag von Studierenden. Bild: action press

Abhängen und nichts tun? Das ist immer noch ein gängiges Vorurteil bei Studenten. Dennoch gehören Nebenjobs bei vielen zum Alltag.

          Gleich noch zum Seminar und dann zur Schicht ins Café: Neben der Uni noch Geld verdienen - das gehört zum Alltag vieler Studierenden in Deutschland. Vor allem in teuren Städten wie Hamburg, Frankfurt oder München führt oft kein Weg an einem Nebenjob vorbei, um das nötige Geld für Miete und Essen zu verdienen. Eine Studie des Personaldienstleisters Zenjob zeigt nun, wie oft Studierende im letzten Jahr über Google nach Nebenjobs gesucht haben - und in welchen von den zehn größten Studentenstädten sie das am häufigsten getan haben.

          In Frankfurt, wo derzeit um die 72.000 Studenten immatrikuliert sind, suchten diese demnach besonders oft nach Studentenjobs. Um die 249 Mal schaute durchschnittlich jeder Student im letzten Jahr auf Google nach einem Nebenjob. Zum Vergleich: In Hamburg, das in der Studie Platz drei belegt, sind zwar 18.000 Studenten mehr immatrikuliert als in Frankfurt - allerdings schaute dort jeder Student nur 123 Mal nach einem neuen Nebenverdienst. München liegt mit 83 Abfragen auf Platz fünf.

          Grundlage der Studie sind Daten von Google Trends, bei denen ortsabhängig abgefragt worden ist, wie oft Nutzer im Zeitraum von Ende Juli 2018 bis Ende Juli 2019 nach dem Wort „Studentenjob“ gesucht haben. Da die Studie nur Abfragen mit der Suchmaschine Google betrachtet, ist sie nicht repräsentativ – aber durchaus interessant im Hinblick auf die Nachfrage von Studierenden nach Nebenjobs.

          Die 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hatte im Jahr 2016 ergeben, dass ein Student im Durchschnitt um die 918 Euro im Monat benötigt, der Bafög-Höchstsatz beträgt derzeit aber 735 Euro. Fritz Trott, Mitgründer und Chef von Zenjob, sieht im regional unterschiedlichen Finanzbedarf eine Erklärung für das Suchverhalten der Studenten: „Unsere Untersuchung zeigt, dass vor allem in teuren Städten wie Frankfurt am Main, Stuttgart und Hamburg nach Nebenjobs gesucht wird.“

          Eine Pressesprecherin der Bundesagentur für Arbeit, kann sich das Ergebnis der Studie nur mit den hohen Mietpreisen in Frankfurt erklären. Ein weiterer Grund dafür, dass so viele Studierende in Frankfurt nach Jobs suchen, seien die vielen Beschäftigungsgelegenheiten in Frankfurt - mehr als im Vergleich zu anderen Städten.

          In Nordrhein-Westfalen scheinen dagegen wenige Studenten nach Nebenjobs auf Google zu suchen: Den letzten Platz auf der Rangliste belegt Düsseldorf. Dort schaute durchschnittlich jeder Student nur fünfmal nach einem Job auf Google. Ebenfalls vergleichsweise wenig oft suchten Studenten aus Aachen mit 10 Suchanfragen pro Student und Bochum mit 17 Suchanfragen.

          Dass Studenten in Bochum oder Aachen jetzt allerdings weniger auf der Suche nach Nebenjobs sind, sollte man nicht unbedingt aus der Studie schließen. So gibt es durchaus auch noch andere Suchmaschinen wie Bing oder Yahoo - auch wenn diese weniger populär sind als Google. Arbeitssuchende Studenten können auch gezielt auf Jobbörsen im Internet gehen – ohne den Umweg über Google zu machen.

          Außerdem wurde auch nur untersucht, wie viele Nutzer nach dem Wort „Studentenjob“ gesucht haben. Dabei gäbe es auch andere Suchwörter, die bei diesem Thema relevant sind. Weiterhin werden Studentenjobs oft auch noch analog, also durch Kontakte oder Aushänge, vermittelt. In Aachen passiert das mit Sicherheit häufiger als in eher anonymen Großstädten wie Frankfurt oder Hamburg.

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