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Hintergründe zum Quiz : „Andere Kulturen haben eine eigene Logik“

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Susan Hoppe leitet und konzipiert interkulturelle Trainings. Bild: Carl Duisberg Centren

Susan Hoppe, Trainerin für interkulturelle Kommunikation von den Carl Duisberg Centren, erklärt, warum wir das Verhalten von ausländischen Geschäftspartnern und Kollegen manchmal nicht verstehen.

          Wieso sind die Kulturen zum Teil so unterschiedlich?

          Gesellschaften haben über Jahrtausende hinweg wegen geographischer Veränderungen und infolge von Krieg und Vertreibung verschiedene Überlebensstrategien entwickelt. Die können sogar innerhalb einer einzigen Kultur unterschiedlich geprägt sein, zum Beispiel bei Land- und Stadtbevölkerung. Gleichheit ist erst seit der Aufklärung ein politisches und soziales Ideal. Die Wirklichkeit ist bis heute komplizierter.

          Wir sprechen von „den anderen“, aber sind wir auch „typisch deutsch“?

          Das Wort „typisch“ ist im Wort Stereotypisierung enthalten. Keiner ist in allen Aspekten typisch, vielleicht aber in einigen. Tatsächlich mischen sich Kulturen schon immer. Während unseres Lebens können wir alte Gebräuche und Sitten ablegen und uns neue aneignen. Aber das, was wir nicht so leicht ablegen können, ist, was uns Eltern und Umwelt als „richtig und gut“ beigebracht haben.

          Warum halten wir unser Verhalten für richtig und das anderer Kulturen für nicht logisch?

          Platon, Sokrates und Aristoteles haben die westliche Logik geprägt. Östliche und afrikanische Kulturen haben eine eigene Logik, deren Fokus stärker auf dem sozialen Miteinander als auf rationalen Begründungen liegt. Tendenziell glauben Westler eher daran, aus eigener Kraft die Welt verändern zu können, während Asiaten und Afrikaner die Welt eher so akzeptieren, wie sie ist, und versuchen, damit klarzukommen. Ein Deutscher fragt: „Warum ist das so?“ Ein Afrikaner antwortet: „Warum nicht?“

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