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Gesundheit : Rückenschulen und Ernährungskurse für Arbeitslose

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Frauen nehmen an einer Yoga-Stunde teil Bild: Picture-Alliance

Langzeitarbeitslosen geht es gesundheitlich oft schlecht. Daher wollen die Bundesagentur für Arbeit und die gesetzlichen Krankenkassen jetzt mehr gesundheitsfördernde Kurse anbieten – etwa zu Themen wie Stress und gesunder Ernährung.

          Die Bundesagentur für Arbeit und die gesetzlichen Krankenkassen wollen ein gemeinsames Projekt zur Gesundheitsförderung arbeitsloser Menschen ausweiten. Gerade Langzeitarbeitslose seien gesundheitlich oft sehr angeschlagen, sagte Gernot Kiefer, Vorstand des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherungen, am Mittwoch in Mainz. Zugleich gelten gesundheitliche Probleme als häufige Hürde für die Vermittlung in Arbeit. Gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Sportvereinen, Ernährungs- und Suchtberatungen, Verbraucherzentralen und Selbsthilfegruppen bieten Krankenkassen und Arbeitsagentur schon seit dem Jahr 2016 Gesundheitskurse und Präventionsangebote für arbeitslose Menschen an. Dazu zählen zum Beispiel Kurse zum Thema Ernährung oder Umgang mit Stress sowie Rückenschulen. An 129 Standorten in ganz Deutschland gibt es diese Angebote inzwischen, weitere 104 sollen in diesem und dem kommenden Jahr folgen.

          Über zwei Jahrzehnte hätten sich die Präventionsangebote der Krankenkassen vor allem auf Zielgruppen fokussiert, die ohnehin leicht zu erreichen seien, sagte Kiefer – die klassische Mittelschicht. Besonders hilfebedürftig seien jedoch arbeitslose Menschen. Für sie brauche es niedrigschwellige Angebote. Langzeitarbeitslose von der Teilnahme an solchen Kursen zu überzeugen, sei für die Berater in den Jobcentern „durchaus mit einigen Anstrengungen und Überzeugungsarbeit verbunden“, sagte Sandra Bieser, Teamleiterin im Jobcenter Worms, das sich dem Projekt früh angeschlossen hat. Wichtig sei daher, die Mitarbeiter in den Jobcentern darauf vorzubereiten, sensible Themen wie Übergewicht oder Bewegungsmangel anzusprechen. Das dürfe nicht mit erhobenem Zeigefinger passieren, mahnte Detlef Scheele, der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit.

          11000 arbeitslose Menschen habe das Projekt bislang erreicht, davon hätten etwa 4000 an längerfristigen Kursen teilgenommen, teilten die Projektverantwortlichen mit. Für Arbeitsagentur-Chef Scheele zeigt das, dass die Jobcenter sich um Arbeitslose sehr bemühen. „Wir sind auf einem guten und erfolgreichen Weg, Kümmerer zu werden“, sagte er. In der Debatte um mögliche Hartz-IV-Reformen hatte er die Arbeitsvermittler in den Jobcentern mehrfach gegen den Vorwurf verteidigt, diese würden die Arbeitslosen drangsalieren und lediglich mit Sanktionen belegen. Die Vermittlung insbesondere von Langzeitarbeitslosen sei ein „Gesamtkunstwerk“, sagte Scheele nun. Viele könnten nicht einfach so in Arbeit gebracht werden, weil sie schon älter seien, keine Berufsausbildung hätten oder gesundheitliche Schwierigkeiten – manchmal auch alles auf einmal. „Da kommt es auf das Zusammenwirken verschiedener Stellen an, so wie in diesem Projekt.“

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