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Fußball-Schiedsrichter Markus Merk : Entscheiden wie die beste Pfeife der Welt

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Für eine sichere Entscheidungskommunikation bringt der 44 Jahre alte Merk genügend Erfahrungsschatz mit. Mit zwölf Jahren hat er sein erstes Fußballspiel gepfiffen, inzwischen hat er mehr als 280 Bundesligabegegnungen, zahlreiche Länderspiele, Europa- und Weltmeisterschaften bestritten. In seinem Kopf ist eine Fülle von Spielsituationen abgespeichert. Auch das Vertrauen in die eigene Intuition ist für einen guten Entscheider wichtig. „Hören Sie auch immer auf Ihr Bauchgefühl, und entscheiden Sie nie gegen Ihren eigenen Willen“, gibt Merk zu bedenken. Dies sei dabei hinderlich, Entscheidungen schließlich sicher vertreten zu können.

Vertrauensvolle Atmosphäre unersetzbar

Eine gute Entscheidung ist auch immer eine nachvollziehbare. Mut, Begeisterung und Identifikation spielen hierbei eine wichtige Rolle. „Erklären Sie Ihren Standpunkt, und schaffen Sie sich eine vertrauensvolle Atmosphäre durch Kommunikation“, rät Merk. „Nach dem Spiel bleibt manchmal noch Zeit für einen kurzen Small talk mit den Spielern. Das schafft oft ein positives Klima. Das gleiche gilt auch für unternehmerisches Handeln. Geben Sie bei einem Vertragsabschluß Ihrem Kunden ein gutes Gefühl. Wenn Sie nach seiner Unterschrift sofort zusammenpacken, wird er sich anschließend Gedanken machen, daß er vielleicht einen Fehler gemacht hat.“ Für Markus Merk ist eine vertrauensvolle Atmosphäre unersetzbar und Basis jeder guten Zusammenarbeit.

Der Mann in Schwarz pfeift Elfmeter. Der Strafstoß landet anschließend im Tor. Eine Routinesituation für jeden Schiedsrichter. Trotzdem kommt es hin und wieder auch zu Fehlentscheidungen. „Am Spielfeldrand steht immer jemand, den ich kenne. Noch während des Spiels bekomme ich mitgeteilt, ob meine Entscheidung richtig oder falsch war“, schildert Merk den Seminarteilnehmern. „Ich darf mich auf keinen Fall davon irritieren lassen, daß jeder beim Thema Fußball ein kleiner Experte ist, der alles besser weiß.“ Vor Fehlentscheidungen ist auch Merk nicht sicher. Doch auf keinen Fall sollte man versuchen, eine Fehlentscheidung durch eine zweite auszugleichen. „Dann werden Sie unberechenbar, und das ist auf dem Fußballplatz genauso schlecht wie im Geschäftsleben.“ Ein angemessenes Selbstmanagement durch Selbstbeobachtung, Selbstkritik und Selbstzweifel gehören für ihn zweifellos zu einem guten Entscheider.

„Körperliche Fitness ist in jedem Job wichtig“

Die Veranstaltung neigt sich dem Ende zu. Die Aufmerksamkeit läßt bei einigen Teilnehmern langsam nach. Manche sind in Gedanken schon bei Kaffee und Kuchen. Für den Hobby-Marathonläufer Merk, dessen persönliche Bestzeit bei zwei Stunden und 42 Minuten liegt, ist frühzeitiges Abschalten undenkbar. „Körperliche Fitness ist in jedem Job wichtig. Bei mir sind die letzten Minuten eines Spieles die entscheidenden. Ich muß fit bis zum Schluß bleiben und darf nie kaputt vom Rasen gehen.“ Im Saal wird heftig geklatscht. Die Begeisterung beim Thema Fußball macht nun mal auch vor Chefetagen nicht Halt.

Doch der Fußball ist nicht die einzige Welt von Markus Merk. Seit Jahren entscheidet er sich dafür, notleidenden Kindern zu helfen. Drei Waisenhäuser und drei Schulen hat er in Indien - mit finanzieller Unterstützung - aufgebaut. „Berechenbarkeit und eine eigene Handschrift sind auch in dieser völlig anderen Welt wichtig, um richtige Entscheidungen zu treffen.“ Seitdem sieht der Schiedsrichter vieles mit anderen Augen. Wenn es immer heißt ,Spiel der Entscheidung' oder ,Jetzt geht es um alles', kann ich das heute einfach besser einordnen und gelassener bleiben.“

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