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Feiertags-Regeln : Muss ich Heiligabend ins Büro?

  • -Aktualisiert am

Der 24. Dezember ist dieses Jahr ein Montag. Bild: dpa

Heiligabend und Silvester liegen in diesem Jahr aus Arbeitnehmersicht ideal – zwischen Wochenende und Feiertagen. Muss für diese Tage Urlaub genommen werden?

          Heiligabend und Silvester liegen in diesem Jahr aus Arbeitnehmersicht ideal – zwischen Wochenende und Feiertagen. Muss für diese Tage Urlaub genommen werden, fragen sich viele Mitarbeiter. Und wenn ja, reichen dafür jeweils halbe Tage?

          Weder Heiligabend noch Silvester sind offizielle Feiertage. Dennoch können beide Tage auch ohne den Einsatz von Urlaub arbeitsfrei sein. So kann in Tarifverträgen, einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag ausdrücklich geregelt sein, dass an diesen Tagen nicht gearbeitet werden muss. Ist das nicht der Fall, kann sich ein Anspruch auf Freistellung von der Arbeit aus betrieblicher Übung ergeben: Hat der Arbeitgeber drei Jahre hintereinander freigegeben, ohne dass hierfür Urlaub genommen werden musste, dürfen Mitarbeiter auch in den folgenden Jahren zu Hause bleiben. Das ist nur dann anders, wenn der Arbeitgeber darauf hinweist, dass die großzügige Regelung nur für das jeweilige Jahr gilt und jedes Jahr geändert werden kann.

          Wenn aber Urlaub genommen werden muss, sind halbe Urlaubstage dann überhaupt möglich oder muss immer ein ganzer Tag genommen werden? Das ist durchaus umstritten. Vielfach wird vertreten, dass mit einem halben Tag der Urlaubsanspruch nicht erfüllt wird und fortbesteht.

          Das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamburg war allerdings anderer Auffassung: In dem behandelten Fall war ein Arbeitnehmer als Schlagzeuger in einem Musical eingesetzt, das an den Wochenenden oft bis zu zweimal am Tag aufgeführt wurde (8 Sa 46/14).

          Der Kläger wollte auch an diesen Tagen nur einmal spielen und daher jeweils halbe Tage Urlaub nehmen. Das LAG Hamburg wies darauf hin, dass das Bundesurlaubsgesetz verlange, die Wünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen. Das Gesetz erlaube dem Arbeitgeber zwar, davon abzuweichen, aber nur, wenn dringende betriebliche Gründe oder sozial vorrangige Urlaubswünsche dem entgegenstünden. Die Ansicht des Arbeitgebers, dass halbe Urlaubstage keinen Erholungswert hätten, sei als Ablehnungsgrund nicht vorgesehen und im Übrigen auch nicht bewiesen.

          Das ist auch für Heiligabend und Silvester ein sinnvoller Ansatz. Sollten Mitarbeiter später wirklich geltend machen, ihr Urlaubsanspruch bestünde noch fort, wäre das wohl rechtsmissbräuchlich. Darf umgekehrt der Arbeitgeber anordnen, dass Mitarbeiter an diesen Tagen Urlaub nehmen müssen? Jedenfalls, wenn der ganze Betrieb geschlossen wird, geht das nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichts, diese ist aber umstritten. Besteht ein Betriebsrat und stimmt der Betriebsschließung zu, ist die Urlaubszuweisung durch den Arbeitgeber in jedem Fall möglich.

          Kara Preedy ist Partnerin der Kanzlei Pusch Wahlig in Berlin.

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