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„Bufdis“ : Die Zahl der Freiwilligen stagniert

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Bufdis helfen zum Beispiel in Altenheimen. Bild: dpa

Auch wenn sich die Politik mehr freiwilliges Engagement wünscht: Die Zahl der Menschen im Bundesfreiwilligendienst, der den Zivildienst abgelöst hat, stagniert. Jetzt gibt es viele Ideen, wie er attraktiver werden könnte.

          Beim Bundesfreiwilligendienst verharrt die Zahl der „Bufdis“ oberhalb der Marke von 40.000: Im vergangenen Jahr leisteten durchschnittlich 41.190 Menschen einen solchen Freiwilligendienst ab. Der Mittelwert der vergangenen zwölf Monate liegt damit nahezu auf dem gleichen Niveau wie in den Jahren zuvor. Das geht aus den jüngsten Statistiken hervor, die das Kölner Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben auf seine Website gestellt hat.

          Der Bundesfreiwilligendienst war im Jahr 2011 als Ersatz für den parallel zur Wehrpflicht weggefallenen Zivildienst eingeführt worden. Der Dienst in sozialen, kulturellen oder Bildungseinrichtungen dauert in der Regel ein Jahr und wird mit einem „Taschengeld“ von maximal 390 Euro pro Monat vergütet.

          Die Mehrheit der „Bufdis“ ist weiblich: Den gut 23.000 Frauen standen im Dezember 2018 lediglich etwas mehr als 18.000 Männer gegenüber. Die meisten Freiwilligen gab es im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen: Hier waren es im vergangenen Jahr durchschnittlich 8815; dahinter rangierten Baden-Württemberg (5657), Niedersachsen (4342) und Bayern (3608). Im kleinen Saarland wurden hingegen nur 294 Freiwillige gezählt, im Stadtstaat Bremen 413.

          Derzeit sind etwa 60.000 Einsatzstellen mit rund 225.000 Einsatzplätzen im Bundesfreiwilligendienst anerkannt. Bufdis arbeiten vor allem im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich. Der Dienst dauert in der Regel zwischen zwölf und 18 Monate.

          Die meisten Bufdis sind jünger als 27 Jahre

          Im Gegensatz zum früheren Zivildienst richtet sich der Bundesfreiwilligendienst an Menschen jeden Alters. Trotzdem ist der Löwenanteil der „Bufdis“ eher jung. Im vergangenen Jahr waren fast 30.000 Freiwillige jünger als 27 Jahre. Älter als 65 waren im Dezember bundesweit hingegen nur 440 „Bufdis“.

          Derzeit arbeitet die Bundesregierung daran, derartige Freiwilligendienste attraktiver zu gestalten. Nach einem Gesetzentwurf, den das Kabinett Ende des vergangenen Jahres beschlossen hat, soll der Dienst künftig auch in Teilzeit möglich sein.

          Die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat im Dezember vorgeschlagen, alle Jugendfreiwilligendienste künftig mit Geld vom Bund zu fördern. Das soll neben dem Bundesfreiwilligendienst nach Meinung Giffeys auch das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) betreffen.

          Als Förderung stellt sich Giffey einen Zuschuss zur Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr vor. Zudem will sie Bufdis, FSJlern und FÖJlern ein bundesweit  einheitliches Freiwilligengeld von 402 Euro und die Sozialversicherungsbeiträge garantieren.

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