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OECD-Ausblick : Digitalisierung bedroht die Stellen Geringqualifizierter

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Hier werden Industrieroboter hergestellt; sie könnten künftig immer mehr Stellen überflüssig machen. Bild: EPA

In Deutschland könnte ein größerer Anteil der Stellen durch Computer und Roboter verdrängt werden als in den meisten anderen OECD-Ländern. Und die Betroffenen tun viel zu wenig, um sich zu wappnen.

          Die zunehmende Automatisierung der Arbeitswelt bedroht nach Einschätzung der OECD vor allem Jobs von Geringqualifizierten. Die Industriestaaten-Organisation empfiehlt daher Deutschland in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Beschäftigungsausblick eine Ausweitung der Erwachsenenbildung, etwa durch individuelle Rechtsansprüche auf lebenslanges Lernen.

          „Die Kluft in der Weiterbildung zwischen hoch- und geringqualifizierten Erwachsenen ist die größte in der OECD“, heißt es darin. Dies liege daran, dass in Deutschland mehr hochqualifizierte Erwachsene als anderswo an Weiterbildung teilnähmen, Geringqualifizierte aber genauso wenig wie in anderen Ländern.

          Etwa drei Viertel der Hochqualifizierten nehmen in Deutschland demnach an Erwachsenenbildung teil, aber nur ein Viertel der Geringqualifizierten. Die Weiterbildungsquote geringqualifizierter Erwachsener sei insgesamt in der OECD um 40 Prozentpunkte geringer als die hochqualifizierter.

          Viele Arbeitsplätze in Gefahr

          In Deutschland könnte laut OECD ein größerer Anteil der Jobs durch Computer und Roboter verdrängt werden als in den meisten anderen Ländern. Beinahe jeder fünfte Arbeitnehmer (18,4 Prozent) könnte demnach in den nächsten 15 bis 20 Jahren ersetzt werden. Im OECD-Durchschnitt seien nur 14 Prozent aller Jobs diesem „hohen Automatisierungsrisiko“ ausgesetzt.

          Weitere fast 36 Prozent (OECD-weit 31,6 Prozent) dürften sich radikal verändern, da sich einzelne Tätigkeitsbereiche veränderten. Diese Zahlen hatte die OECD zum Teil schon vor einem Jahr veröffentlicht. In ihrem Beschäftigungsausblick 2019 legt sie jedoch erstmals einen Schwerpunkt auf die Zukunft der Arbeit.

          Das höhere Automatisierungsrisiko in Deutschland erklärt die OECD auch mit der Bedeutung des Verarbeitenden Gewerbes. Arbeitsstellen mit Routineaufgaben und geringen Qualifikationsanforderungen unterlägen einem höheren Automatisierungsrisiko.

          Einen starken Rückgang der Gesamtbeschäftigung durch technologischen Wandel und Globalisierung hält die OECD hingegen für unwahrscheinlich: „Während bestimmte Arbeitsplätze verschwinden werden, werden neue Arbeitsplätze entstehen.“

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