https://www.faz.net/-gyl-9gsci

Qualifizierung : Digitalisierten Unternehmen ist Bildung wichtiger

  • Aktualisiert am

Digitalisierung stellt höhere Anforderungen an Mitarbeiter Bild: dpa

Cloud-Computing, Big Data oder Smart Factories - Digitalisierung stellt erhöhte Anforderungen an Mitarbeiter. Vor allem digitalisierte Unternehmen investieren darum in Weiterbildung.

          Intelligente Whiteboards oder Apps für Handwerker auf dem Smartphone - die Digitalisierung bietet für beinahe jedes Unternehmen Chancen. Sie ist aber auch eine Herausforderung, denn Mitarbeiter müssen zuerst einmal lernen, mit der neuen Technik umzugehen. Weiterbildungsmaßnahmen und Qualifizierung werden darum immer wichtiger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Dafür wurden mehr als 2000 Betriebe befragt.

          Unternehmen mit einem höheren Digitalisierungsgrad investieren laut der Befragung stärker in Weiterbildung. Investitionen in neue Technologien sind also häufig mit Weiterbildung verknüpft. Die Autoren erklären das einerseits damit, dass in diesen Betrieben der Bedarf an Wissen und technischen Fähigkeiten wächst und auf der anderen Seite damit, dass diese Betriebe versuchen mit Quailfizierung ihre Vorreiterrolle auszubauen.

          Zudem setzen digitalisiertere Unternehmen häufiger auf neue Lernformen, wie E-Learning. Solche Technologien erlauben es, Weiterbildung flexibel und kostengünstig anzubieten, ungefähr 40 Prozent der Betriebe nutzen das.

          Duale Berufsausbildung weiter wichtig

          Neben Weiterbildung wird auch die Ausbildung in der digitalisierten Welt immer wichtiger. Laut der Studie ist es fraglich, inwieweit klassische Berufsausbildungen noch die Kompetenzen vermitteln können, die in einer sich schnell ändernden Arbeitswelt notwendig sind. Ein Viertel der Betriebe glaubt, dass eine Ausbildung diesen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Stark digitalisierte Unternehmen setzen darum vermehrt auf die Vermittlung von übergreifenden Kompetenzen und IT-Kenntnissen, außerdem bilden sie andere Berufe aus als noch vor fünf Jahren. Einen generellen Bedeutungsverlust der dualen Berufsausbildung konnten die Forscher aber nicht feststellen.

          Mehr als die Hälfte der Betriebe nutzt zurzeit schon modernste Technologien, wie selbststeuernde Produktionsmittel oder Informations- und Kommunikationsintegrierte Systeme, wie Cloud-Computing. Für 18 Prozent sind sie sogar ein wichtiger Bestandteil ihres Geschäftsmodells. Dabei ist der Anteil im Dienstleistungssektor höher als im Produktionssektor.

          Während einige Berufsgruppen vor wenigen Jahren noch kaum mit moderner Technik in Berührung kamen, ist, zum Beispiel bei Helferberufen, die Wahrscheinlichkeit einen Computer zu nutzen in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Forscher betonen deshalb die Wichtigkeit einer soliden Ausbildung.

          Weitere Themen

          PDF oder Lern-App?

          E-Learning in Unternehmen : PDF oder Lern-App?

          Digitalisierung will gelernt sein, aber welche Hilfsmittel geben die Unternehmen ihren Mitarbeitern an die Hand? An E-Learning trauen sich jedenfalls viele noch nicht wirklich heran.

          Topmeldungen

          IAA : Draußen Protest, innen leuchtende Männeraugen

          Wo der SUV noch artgerecht gehalten wird: Unsere Autorin war auf der Automesse unterwegs. Die Autohersteller reagieren auf den zunehmenden Druck mit ihrer elektrischen Charmeoffensive – die Publikumsmagneten findet man jedoch an anderer Stelle.

          Klimawende : Für eine Transformation mit Herz

          Uns erwartet ein sozial-ökologischer Umbau der Gesellschaft. Doch das muss man den Bürgern, die zwar für Klimawandel, aber kaum für persönliche Einschnitte sind, auch sagen. Ein Gastbeitrag.

          NPD-Ortsvorsteher in Hessen : Ein netter Kerl

          In einem Dorf wird ein NPD-Mann zum Ortsvorsteher gewählt. Die Aufregung ist groß, im Ort selbst findet man das nur halb so wild. Eindrücke aus Altenstadt-Waldsiedlung.
          Die Vorsitzende des Ressemblement National (RN), Marine Le Pen, nach ihrer Rede in Fréjus an der Cote d’Azur

          Wahlkampf von Le Pen : Seriosität statt Häme

          Statt nach Rechts und Links Sticheleien zu verteilen, gibt sich Marine Le Pen bei ihrer Comeback-Rede staatstragend. Für ihr Ziel, den Einzug in den Elysée-Palast 2022, hat die Vorsitzende des Rassemblement National eine Strategie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.