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Qualifizierung : Digitalisierten Unternehmen ist Bildung wichtiger

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Digitalisierung stellt höhere Anforderungen an Mitarbeiter Bild: dpa

Cloud-Computing, Big Data oder Smart Factories - Digitalisierung stellt erhöhte Anforderungen an Mitarbeiter. Vor allem digitalisierte Unternehmen investieren darum in Weiterbildung.

          Intelligente Whiteboards oder Apps für Handwerker auf dem Smartphone - die Digitalisierung bietet für beinahe jedes Unternehmen Chancen. Sie ist aber auch eine Herausforderung, denn Mitarbeiter müssen zuerst einmal lernen, mit der neuen Technik umzugehen. Weiterbildungsmaßnahmen und Qualifizierung werden darum immer wichtiger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Dafür wurden mehr als 2000 Betriebe befragt.

          Unternehmen mit einem höheren Digitalisierungsgrad investieren laut der Befragung stärker in Weiterbildung. Investitionen in neue Technologien sind also häufig mit Weiterbildung verknüpft. Die Autoren erklären das einerseits damit, dass in diesen Betrieben der Bedarf an Wissen und technischen Fähigkeiten wächst und auf der anderen Seite damit, dass diese Betriebe versuchen mit Quailfizierung ihre Vorreiterrolle auszubauen.

          Zudem setzen digitalisiertere Unternehmen häufiger auf neue Lernformen, wie E-Learning. Solche Technologien erlauben es, Weiterbildung flexibel und kostengünstig anzubieten, ungefähr 40 Prozent der Betriebe nutzen das.

          Duale Berufsausbildung weiter wichtig

          Neben Weiterbildung wird auch die Ausbildung in der digitalisierten Welt immer wichtiger. Laut der Studie ist es fraglich, inwieweit klassische Berufsausbildungen noch die Kompetenzen vermitteln können, die in einer sich schnell ändernden Arbeitswelt notwendig sind. Ein Viertel der Betriebe glaubt, dass eine Ausbildung diesen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Stark digitalisierte Unternehmen setzen darum vermehrt auf die Vermittlung von übergreifenden Kompetenzen und IT-Kenntnissen, außerdem bilden sie andere Berufe aus als noch vor fünf Jahren. Einen generellen Bedeutungsverlust der dualen Berufsausbildung konnten die Forscher aber nicht feststellen.

          Mehr als die Hälfte der Betriebe nutzt zurzeit schon modernste Technologien, wie selbststeuernde Produktionsmittel oder Informations- und Kommunikationsintegrierte Systeme, wie Cloud-Computing. Für 18 Prozent sind sie sogar ein wichtiger Bestandteil ihres Geschäftsmodells. Dabei ist der Anteil im Dienstleistungssektor höher als im Produktionssektor.

          Während einige Berufsgruppen vor wenigen Jahren noch kaum mit moderner Technik in Berührung kamen, ist, zum Beispiel bei Helferberufen, die Wahrscheinlichkeit einen Computer zu nutzen in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Forscher betonen deshalb die Wichtigkeit einer soliden Ausbildung.

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