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Serie „Die Karriere googeln“ : Was die Deutschen übers Studium wissen wollen

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Schwerpunkte sind neben Wirtschaftswissenschaften auch die Ingenieurswissenschaften und die Informatik – was die Hoffnung nährt, dass das duale Studium dabei hilft, den Fachkräftemangel in diesen Bereichen abzumildern. Aber auch Erziehung, Gesundheit und Pflege sind beliebt. So oder so sind für Studenten entweder längere Praxisphasen vorgesehen, oder sie besuchen ihre Hochschule neben einer betrieblichen Teilzeitstelle. Das duale Studium, das aus den Berufsakademien hervorgegangen ist und erst vor wenigen Jahren richtig Fahrt aufgenommen hat, führt meistens zum international anerkannten Bachelor-Abschluss.

Was soll ich studieren?

Eine so kurze Frage – und so schwierig zu beantworten. Geht es doch darum, als einer von rund drei Millionen Studenten in Deutschland auf einer der mehr als 400 Hochschulen seinen Platz zu finden. Das üppige Angebot kann verwirren, denn in Deutschland gibt es rund 10.000 Möglichkeiten für ein sogenanntes grundständiges Studium, das einen ersten Abschluss und somit den Einstieg in einen Beruf ermöglicht. Dazu gehören – als „Klassiker“ – der Bachelor, aber auch die Vorgänger Magister und Diplom, die hier und da überlebt haben. Der erste Schritt auf der Suche nach dem passenden Studium ist naheliegend: die eigenen Interessen, Neigungen und Begabungen heranziehen. Das macht aus unglaublich vielen Möglichkeiten nur noch sehr viele Möglichkeiten.

Und schon wird es übersichtlicher. Nächster Schritt: Die Hochschulart könnte den Kreis weiter eingrenzen. Universitäten bieten viele Fächer an, sind forschungsorientiert und dürfen den Doktorgrad verleihen, Fachhochschulen sind praxisorientierter, private Hochschulen kleiner, aber teurer. Mehrere hundert Euro im Monat können hier zusammenkommen. Auch das Format und der Sitz der Hochschule können weiterhelfen: Wer Größe und ihre Konsequenzen mag oder wenigstens nicht scheut (mehr Leute, größere Unübersichtlichkeit und womöglich Anonymität, dafür aber auch mehr Möglichkeiten, außerdem höhere Lebenshaltungskosten), der kann die kleinen Standorte streichen. Umgekehrt können Freunde heimeliger Umgebungen Berlin, München, Frankfurt und Co. von ihrer Liste nehmen. Was aber auch den Verzicht auf sehr renommierte Universitäten bedeuten würde.

Das führt zu einer weiteren Möglichkeit der Orientierung: Es gibt eine Reihe von Rankings, die die besten Universitäten der Welt auflisten. Deutsche Exzellenz-Unis wie die TU München, das KIT in Karlsruhe und einige andere gehören hier zu den Stammgästen. Wer so vorgeht, sollte von Anfang an eine gehörige Portion Ehrgeiz mitbringen. Nimmt man dann noch jene Studiengänge, die nicht in Frage kommen, weil sie zulassungsbeschränkt sind und der Interessent die Anforderungen nicht erfüllt, dann lichtet sich das Bildungsdickicht so langsam.

Weil es aber immer noch gewisse Tücken aufweist, könnten am Ende die Angebote der Hochschulen selbst entscheidend weiterhelfen. Studienberatung, Informationstage, womöglich sogar ein kurzes Schnupperstudium sind nach wie vor Königswege, um bei der Studienwahl auf Nummer Sicher zu gehen. Auch die vielen Angebote auf Online-Plattformen sollten nur als Ergänzung betrachtet werden.

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