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Handschuh-Start-up T1tan : Mit René Adler kam der Durchbruch

2,1 Millionen Euro Umsatz

Die Aufgaben sind klar verteilt: Leibitz kümmert sich um das Marketing und die Produktentwicklung, während Meier für Finanzen und Logistik verantwortlich ist. Adler knüpft derweil die Kontakte zu den Profis und fachsimpelt mit Leibitz permanent über allerlei Handschuh-Details. Geschäftliche Entscheidungen fällen sie stets gemeinsam. Die Strategie des Trios geht offenbar auf: Wurden 2016 noch 8000 Handschuhe verkauft, waren es 2018 schon rund 50.000, und der Umsatz belief sich auf gut 2,1 Millionen Euro. Für das laufende Jahr peilen sie jeweils das Doppelte an. Gewinn erwirtschaften sie bereits.

Kürzlich hat Adler zudem seinen Anteil auf 25,1 Prozent aufgestockt, den Rest halten die beiden Gründer. Heute beschäftigt T1tan sechs Mitarbeiter, die sich am Sitz in Herbolzheim nahe Freiburg um Kundenservice und Marketing kümmern. Die IT-Infrastruktur – das Herzstück des Geschäftsmodells – wird aus Rumänien betreut, während den Versand ein Dienstleister übernimmt. Bei den Produkten beschränkt man sich aufs Wesentliche: „Torwarthandschuhe müssen einen starken, langlebigen Grip haben, eng sitzen und gut aussehen“, sagt Adler.

Ziel: Nummer eins in Europa

Während viele große Marken einen bunten Strauß an verschiedenen Handschuhtypen im Angebot haben, verkauft T1tan nur wenige Varianten, die in kurzen Abständen weiterentwickelt werden. Dazu kommen noch diverse Protektoren und von diesem Sommer an Torwarttrikots. Produkte, die für Feldspieler interessant wären, sind nicht geplant. Der Fokus liegt auf Torwartausrüstung, und in dieser Hinsicht haben die drei ehrgeizige Pläne: „Mittelfristig wollen wir in Europa die Nummer eins in Sachen Torwarthandschuhe werden“, sagt Meier. Die Platzhirsche Adidas oder Uhlsport äußern sich auf Nachfrage nicht zu ihren Verkaufszahlen. Doch der Vorsprung auf T1tan dürfte beträchtlich sein.

Um aufzuholen, verlässt sich das Trio daher nicht nur auf die Popularität von Adler. Unter anderem dessen ehemaliger Mannschaftskollege bei Mainz05, Florian Müller, spielt mit Handschuhen von T1tan. Und zur neuen Bundesliga-Saison kommen weitere Profis hinzu, kündigt Leibitz an. Für mehr Bekanntheit im Ausland setzen sie außerdem auf Influencer. So findet sich auf dem spanischen Youtube-Kanal „The FTO Family“ ein Video über die T1tan-Handschuhe, das fast 470.000 Mal angesehen wurde.

Weiter Streit mit Oliver Kahn

Selbstproduzierte Clips mit Handschuh-Pflegetipps kommen ebenfalls gut an, und bei Instagram folgen mehr als 40.000 Nutzer dem T1tan-Account. Dem Serviceteam kann man obendrein auch per Whats-App schreiben. „Wir sind auf den Kanälen schnell erreichbar, die unsere Kunden ohnehin privat nutzen“, sagt Leibitz.

Einiges an Aufmerksamkeit hat ihnen der Streit mit Oliver Kahn beschert. Der ehemalige Welttorhüter wurde in der Vergangenheit oft als Titan bezeichnet und beansprucht die Rechte an dem Namen für sich. Im Frühjahr 2018 hat er das junge Unternehmen verklagt, der nächste Prozesstermin ist für den 29. Oktober anberaumt. Eine angestrebte gütliche Einigung kam bislang nicht zustande. Matthias Leibitz bleibt aber gelassen: „Für uns ist klar: Wir haben die Markenrechte an T1tan“. Unabhängig von dem Namensstreit hat T1tan mittlerweile scheinbar auch einen gewissen Stellenwert in der Branche erlangt. So arbeitet mit Lothar Bisinger seit Mai ein Mann in Herbolzheim, der zuvor 35 Jahre lang bei Uhlsport Profis betreut und an Handschuhen getüftelt hat.

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