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Gründerserie : Eis ohne Kuh

Ganz am Anfang wurde das Nomoo-Eis von Jan Grabow und Rebecca Göckel in einer Salatbar hergestellt. Bild: Stefan Finger

Veganes Essen leidet oft darunter, dass es eben nicht so schmeckt, wie wir es gewohnt sind. Zumindest wenn es um Eis geht, wollen zwei junge Kölner das ändern.

          Da soll mal einer sagen, Fernsehen bilde nicht. Letztendlich brachte Leonardo Di Caprio die Gründer von „Nomoo“ auf die Idee, ein veganes Eis herzustellen. Zwar ist Di Caprio schon seit Jahrzehnten als Schauspieler erfolgreich. Doch ein anderes Anliegen liegt ihm ebenso sehr am Herzen: Schon 1998 – mit 24 Jahren – gründete er eine Stiftung, mit der er sich für Umweltschutz und gegen die globale Erwärmung einsetzt. Er unterstützte die Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei, ist UN-Friedensbotschafter und ernährt sich fleischlos. Als Produzent verantwortete er auch Umwelt-Dokumentationen, die das Ausmaß menschlichen Handelns auf das Klima verdeutlichten. Eine dieser Dokumentationen war „Cowspiracy“, frei übersetzt „Die Kuh-Verschwörung“. Der Film behandelt den Einfluss der Viehwirtschaft auf die Umwelt und kommt zu dem Schluss, dass diese schädlicher sei als alle anderen Abgasemissionen zusammen.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eben diese Dokumentationen sahen die Nomoo-Gründer Jan Grabow und Azat Celik. Sie jobbten als junge BWL-Studenten für ein Start-up, verteilten Flyer und hatten dabei viele Ideen und fabulierten viel rum. Irgendwann schauten sie „Cowspiracy“ gemeinsam und stellten fest: „So kann es nicht weitergehen“, wie Grabow selbst sagt.

          „Wir sind zum Schluss gekommen, dass es unrealistisch ist, dass wir alle Veganer werden“, fährt Grabow fort. Aber es würde ja schon reichen, wenn alle den Konsum tierischer Produkte verringern würden, dazu müsse keiner Vollblutveganer werden. „Das kann man nicht jedem abverlangen.“ Daher ihre Produktidee: „Wir wollen Produkte herstellen, die pflanzlich sind, aber genau so schmecken wie ihre tierische Konkurrenz, damit es keinen Grund gibt, das nichtvegane Produkt zu essen.“

          Das war im Frühling 2016 eine fixe Studentenidee: Grabow und Celik schauten sich auf dem Markt um, wo sie ihre Idee verwirklichen könnten – welche Produkte werden nicht vegan hergestellt, können aber ohne Geschmacksverlust so hergestellt werden. Letzten Endes kamen beide auf Eiscreme, die ja bekanntermaßen Milch beinhaltet. Nach einigem Probieren stellten sie fest: Bisheriges veganes Eis schmeckt eben nicht wie leckeres Eis. Das ließe sich besser machen. „Wir wollten Eiscreme herstellen, die besser schmeckt als alle anderen und dazu noch pflanzlich ist“, sagt Grabow. Ein Name für das Start-up war schnell gefunden: „Nomoo“ – frei übersetzt: „Ohne Muuh“, also ohne Kuh.

          Die Verkostungen wurden immer beliebter

          Mit Rezeptbüchern experimentierten sie dann in der heimischen WG-Küche. „Die ersten Versuche hatten mit Eis nicht wirklich was zu tun“, erzählt Grabow lachend. Doch nach und nach werden die Versuche besser – und die Verkostungen im Freundeskreis erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Ein erster Kunde war ein Online-Restaurant, bei dem Grabow und Celik jobbten – und das Produkt kam gut an. In dieser Zeit stieg auch Rebecca Göckel als Mitgründerin in das Start-up ein, später verließ Azat Celik das junge Unternehmen.

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