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Gründerserie : Designer-Mode aus zweiter Hand

  • -Aktualisiert am

Cécile Wickmann Bild: Henning Bode

Teure Kleidung, die man nicht mehr möchte – wie wird man die los, ohne sie wegzuwerfen oder zu verschenken? Cécile Wickmann und Max Schönemann hatten eine Idee - und machten kurzerhand ein Unternehmen daraus.

          Wie bei vielen Start-ups entstand auch die Idee zu „Rebelle“ aus einer persönlichen Schwierigkeit. „Nach meinem BWL-Studium habe ich für eine Modeagentur gearbeitet und relativ viele textile Schätze angesammelt“, erzählt die Gründerin Cécile Wickmann (geboren 1984). „Aus Platzmangel sind die Designerstücke bei meinen Eltern im Keller gelandet. Im November 2012 bat mich mein Vater, die Kartons abzuholen.“ Vergebens suchte sie daraufhin im Internet nach einem unkomplizierten Verkaufskanal und sah sofort die Geschäftsidee. Bereits im März 2013 gründete sie mit dem Logistik-Experten Max Schönemann (geboren 1979) in der Hamburger Speicherstadt die StyleRemains GmbH, um Ende August www.Rebelle.com als Online-Marktplatz für hochwertige Vintage-Designer-Mode zu starten.

          Das Besondere dieser Plattform ist der Concierge-Service, eine Dienstleistung, für Verkaufswillige professionelles Text- und Bildmaterial zu erstellen, Produkteinzelheiten und -maße zu beschreiben und alle Verkaufsschritte bis hin zu Verpackung, Versand und Zahlungsabwicklung zu übernehmen. Der Verkäufer muss nichts weiter tun, als seine Artikel kostenfrei an Rebelle zu schicken, wo Zustand und Echtheit geprüft und die Offerten ins Netz gestellt werden. Zielgruppe dort sind modebegeisterte Frauen, die Designeroriginale aus zweiter Hand suchen.

          Bereits heute seien 55 Prozent der Transaktionen ihres Unternehmens international, und Käufer und Verkäufer stammten meist nicht aus demselben Land, sagt Wickmann. „Momentan konzentrieren wir uns neben dem deutschen Markt auf Österreich, die Schweiz, Großbritannien, die Niederlande und Italien und haben in Mailand, London und Amsterdam Teams. Pakete versenden wir aber schon jetzt in insgesamt 29 Länder.“

          Unternehmen verdient Geld über Provisionen

          Der studierten Betriebswirtin aus Berlin half beim Start ins eigene Unternehmen, dass sie im Medien- und Modeumfeld gearbeitet, einen MBA in London nachgeschoben und auch in Paris gelebt hatte. Als sie mit der StyleRemains GmbH den Sprung in die Selbständigkeit wagte, war sie als Business Analyst für den Hamburger Company Builder Hanse Ventures tätig. So begann Rebelle mit einer riesigen Excel-Tabelle als Businessplan. Da es Kontakte zu Geldgebern gab, ließen sich die technischen Grundlagen zügig installieren und alsbald Umsätze realisieren sowie weitere Mittel einsammeln. Im November 2017 wurde eine siebenstellige Euro-Finanzierungs-Runde abgeschlossen, angeführt von Friheden Invest A/S, einem Investmentvehikel des dänischen Modeunternehmers Niels Martinsen, der an Labels wie Tiger von Schweden, By Malene Birger und dem skandinavischen E-Commerce-Unternehmen Boozt Fashion beteiligt ist. Auch North-East Venture sowie die HCS Beteiligungsgesellschaft und einige Privatanleger, die schon zuvor in die Firma investiert hatten, nahmen mit ansehnlichen Summen an der Finanzierungsrunde teil.

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