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Gründerserie : Daten für eine bessere Luft

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Sascha Kuntze (links) und Robert Heinecke Bild: Henning Bode

Schlechte Luft lässt viele Menschen erkranken. Der Ursache gehen jetzt zwei Unternehmensgründer mit neuen und preiswerteren Sensoren auf den Grund.

          Breeze“ – so heißen Boote und Düfte. Die Bezeichnung klingt heiter und nach frischer Luft. Um Luftqualität geht es auch bei dem Hamburger Start-up Breeze Technologies, das seit 2015 mit vernetzter Technik gegen schlechte Luftwerte kämpft. Das Unternehmen baut kleine Sensoren, die Feinstaub, Ozon, Kohlenmonoxid, Ammoniak und andere Schadstoffe in der Luft messen, die Daten analysieren und Handlungsempfehlungen anraten. Für ihre Gründung wurden Robert Heinecke und Sascha Kuntze, beide Jahrgang 1990 und Informatiker mit mehrjähriger Berater-Erfahrung, im Januar 2018 als europäische „Forbes 30 under 30“ ausgezeichnet.

          Auf die Idee, Luftqualitätswerte über externe Datenquellen flächendeckend mit kostengünstigen Sensoren zu erheben und auszuwerten, kam Robert Heinecke, als er im Winter 2014 in Istanbul erstmals in Kontakt mit starkem sichtbaren Smog geriet: „Weil ich Kopfweh, tränende Augen und andere gesundheitliche Probleme kriegte, beschäftigte ich mich intensiver mit der Thematik und den Maßnahmen, die Städte heute einsetzen, um Luftqualität zu verbessern. Schnell wurde mir klar: Entscheidungsträger verfügen über zu wenig Daten über die aktuelle Luftqualität im urbanen Raum und über die Effizienz und Effektivität von Verbesserungsmaßnahmen“, erzählt er. Aus aktuellen Studien lernte er, dass sieben Millionen Menschen jährlich wegen verschmutzter Luft sterben. Und dass es auch in vermeintlich sauberen Ländern wie Deutschland große Schwierigkeiten mit schmutziger Luft gibt. Das veranlasste ihn, zusammen mit Kuntze „Breeze Technologies“ zu gründen.

          Zum Start des Unternehmens wurde ein Hamburger Innovationsprogramm der EU für Smart Cities (SpeedUP! Europe) genutzt. Ab Februar 2015 entwickelten die beiden Gründer ihr Vorhaben in einer GbR. Im September 2017 ließen sie die Firma „Breeze Technologies UG“ ins Handelsregister eintragen. Das junge Unternehmen besteht inzwischen aus einem Team von fünf technischen beziehungsweise naturwissenschaftlichen und zwei betriebswirtschaftlichen Mitarbeitern.

          Drinnen wie draußen

          Das Unternehmen sucht individuelle Antworten auf die Frage, wie sich lokale Luftqualität verbessern lässt – drinnen wie draußen. Geschäftsführer Heinecke beschreibt, welche Kunden kommen: „Unternehmen nutzen die Lösung, um eine gesündere und produktivere Arbeitsatmosphäre für ihre Mitarbeiter zu schaffen. Städten hilft die Plattform bei der Ursachenforschung für verschmutzte Luft sowie bei effizienterer Maßnahmenplanung und Überwachung des Erfolgs solcher Maßnahmen. Daneben betreiben wir auch ein Bürgerportal für zwei Pilotstadtteile in Hamburg und Berlin, über das wir der Bevölkerung kostenlos verständliche Luftqualitätsdaten zur Verfügung stellen.“

          Um Handlungsempfehlungen geben zu können, braucht es zunächst eine Situationsanalyse. Dazu installiert Breeze Technologies bei seinen Kunden in dem zu überwachenden Gebäude oder dem Stadtgebiet je nach Flächengröße, Nutzungsart und erwarteter Belastung eine bestimmte Anzahl von Luftqualitätssensoren. Die Installation der Sensoren sei ähnlich einfach wie bei einem Rauchmelder, heißt es. Alle 30 Sekunden erfassen die Sensoren aktuelle Luftdaten und übertragen sie in eine zentrale Datenplattform. Die Daten werden automatisch ausgewertet und Vorschläge zur Verbesserung der Luftqualität aus einem Katalog von mehr als 3500 Einzelmaßnahmen gewählt.

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