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Gründen mit Geschmack : Suppen-Revoluzzer werden Umsatzmillionäre

Denis und Daniel Gibisch Bild: Jan Roeder

Die Brüder Denis und Daniel Gibisch gründeten 2014 „Little Lunch“ - weil sie das Brötchen in der Mittagspause satt hatten und weil sie nicht dick werden wollten. Aber wie wird man innerhalb von kürzester Zeit Hoflieferant von Rewe?

          Denis Gibisch war es satt, jeden Tag ein belegtes Brötchen zu essen. „Wer am Ammersee auf dem Acker arbeitet, muss sich zwangsläufig morgens um 9 Uhr beim Semmelwagen eindecken“, klagte der Betriebswirt und Logistikmanager über eine überschaubare, langweilige Menüauswahl. „Man legt zwangsläufig zu“, spielt er auf damalige Gewichtsprobleme an, Bruder Daniel, einst Web-Designer von Beruf, ging es nicht anders.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Über Selbständigkeit haben Denis, 34 Jahre, und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Daniel schon lange nachgedacht. Hunderte von Ideen gingen ihnen durch den Kopf: Currywurst-Bude, eigenes Restaurant oder Angebot von Web-Plattformen. „Little Lunch“ gründeten sie schließlich 2014, gingen mit Hindernissen erst 2015 so richtig an den Start - und erwarten für dieses Jahr 20 Millionen Euro Umsatz. Die Brüder aus Augsburg sind in wenigen Monaten zum Hoflieferanten für die Einzelhandelskonzerne Rewe und Edeka geworden. „Wer die Branche kennt, weiß, wie schwer es ist, einen Fuß in die Tür der Großen zu bekommen“, sagt Daniel Gibisch, der in den vergangenen eineinhalb Jahren erleben musste, auf welches Wagnis sie sich eingelassen haben.

          Der Durchbruch kam, als Rewe im vergangenen Herbst in 350 Stadt-Filialen in Deutschland die Gläser mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund und 350 Milliliter Suppe in die Regale stellte, neben den bekannten Dosen-, Tüten- und Instant-Gerichten. Mit ausgefeilten Bio-Rezepturen, mit Gulasch, Huhn, vegetarischen und veganen Varianten, glutenfrei, ohne Konservierungsstoffe sind die Suppen als vollwertige Mahlzeit gedacht; als Alternative zu Wurst-Semmel, Burger, Döner oder Pizza in der Mittagspause.

          Hilfe vom Sterne-Koch

          „Wir fragen uns selbst, warum wir so erfolgreich sind“, sagt Daniel Gibisch ungläubig. Wer wagt es schon, ein junges Produkt inmitten eines jahrzehntelang etablierten Sortiments von Knorr oder Maggi zu schieben? Mittlerweile können die Suppen-Revoluzzer ihre Gläser in 4000 Geschäften sehen, bei Edeka, Real, Kaufland, Marktkauf und Globus. Im März haben die Geschäftsführer-Gebrüder es mit fünf ihrer sieben Sorten in die zentrale Listung von Rewe geschafft, die in 5000 Märkten der Gruppe verkauft werden. Sie gehören damit zum „Muss-Sortiment“ des hinter Edeka zweitgrößten deutschen Supermarkt-Konzerns. So geraten utopisch anmutende Umsatzziele in realistische Reichweite. Im Februar wurde Suppe für 1,7 Millionen Euro bestellt. Im März hätten sie mit dem Verkauf von 600.000 Suppen einen Umsatz von 1,2 Millionen Euro erzielt, sagt Denis Gibisch, „und das mit 15 Hanseln“. Er meint die Mitarbeiter, die in dem zum Bürokomplex umgebauten ehemaligen Augsburger Schlachthof tätig sind. Ein Umsatz von monatlich 3 Millionen Euro mit dem Handel sei erst einmal das Ziel. Vor nicht einmal einem Jahr haben sie Läden in Augsburg abgeklappert - damals mit eher wenig Erfolg.

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