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Pfandsystem für Kaffeebecher : Kaffee trinken – Becher zurückbringen

  • -Aktualisiert am

Sven Hennebach Bild: Brigitte Koch

Die Einwegbecher für Kaffee vergrößern die Müllberge. Das Start-up Cup for Cup hat ein Pfandsystem für den Kaffee für unterwegs entwickelt. Der Gründer hatte die Idee, während er mit seinen Kindern auf dem Spielplatz war.

          Die Idee kam dem zweifachen Familienvater auf dem Spielplatz. Dort beobachtete er Begleiter anderer Kinder. Sie hatten sich vom benachbarten Bäcker einen Kaffee geholt – und warfen die leeren Pappbecher nach dem Genuss des Inhalts einfach weg. Weiter bestärkt wurde er auf seinen vielen dienstlichen Bahnfahrten. Denn auch auf den Bahnsteigen finden sich die Freunde des Kaffees für unterwegs morgens in Scharen mit ihren dampfenden Einweggefäßen ein. Dass dieses allseits präsente Coffee-to-go-Phänomen für gewaltigen Müll sorgt und nicht nur auf Spielplätzen oder Bahnsteigen Abfalleimer an ihre Kapazitätsgrenzen bringt, ist unübersehbar.

          Nach einer Studie der Deutschen Umwelthilfe fallen hierzulande stündlich 320.000 solcher kunststoffbeschichteten Pappbecher an; in einer Großstadt wie Berlin sollen es rund 460.000 Stück am Tag sein. Ein Mehrwegsystem könnte zumindest etwas Abhilfe schaffen, dachte sich Sven Hennebach. Warum kann man einen Kaffeebecher nach dem Austrinken nicht schnell zum Bäcker zurücktragen? Gemeinsam mit seinem Gründungspartner Franziskus von Boeselager entwickelte er eine Pfandversion aus bruchsicherem Kunststoff und hob vor zwei Jahren das Düsseldorfer Unternehmen Cup for Cup aus der Taufe.

          Das Prinzip klingt einfach: Cafés, Bäckereien, Kioske, Supermärkte oder kleine Kaffeeröstereien geben ihren Mitnahmekaffee in einem Mehrwegbecher aus und nehmen einen Euro Pfand dafür. Der Kunde bringt diesen später in einer dem System angeschlossenen Verkaufsstelle zurück und bekommt im Gegenzug seinen Pfand-Euro wieder zurück. Doch so ganz einfach ging es nicht. „Wir haben zunächst versucht, auf dem Markt einen geeigneten Becher zu finden. Obwohl wir viele Muster gesichtet haben, ist uns das aber nicht gelungen.“ Denn die Anforderungen sind hoch, wie Hennebach beschreibt.

          Stapelbar und standfest

          Die Becher müssen auch in größeren Stückzahlen stapelbar und standfest sein. Die Füllmengen müssen exakt mit denen der Pappbecher übereinstimmen, damit der Kaffee ohne eine Umstellung der Maschinen gezapft werden kann. Sie dürfen nicht zu leicht sein, da sie sonst in den professionellen Spülmaschinen kippen und herumtanzen könnten. Sie müssen kompatibel sein mit den von vielen Kunden immer noch gewünschten Einwegdeckeln, die man nach Aussage Hennebachs bisher aus Hygienegründen noch nicht durch Mehrweg ersetzen konnte. Die Gefäße müssen mindestens 400 Spülgänge aushalten, bruchsicher sein und über eine Wandstärke verfügen, die auch bei sehr heißem Kaffee die Hände schont. Gemeinsam mit dem Industriedesigner Lars Lange entwickelten die beiden Gründer einen in 3D-Druck hergestellten Prototyp, um ihn den ersten potentiellen Kunden vorzustellen. Inzwischen werden die aus dem Kunststoff Polypropylen hergestellten Trinkgefäße bei dem Solinger Spritzgussspezialisten Dinger schon in größeren Stückzahlen auf zwei Maschinen produziert. „Das ist für uns sehr viel vorteilhafter, als die Ware aus China zu beziehen, denn so haben wir kurze Abstimmungswege bei der Weiterentwicklung unseres idealen Pfandbechers.“ Die Farbe richtet sich nach Kundenwunsch, derzeit ist viel in Pink oder in Milchkaffeefarben gefragt.

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